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Der Bunker

© copyright Dirk Schneider, 1999


Diese Geschehnisse ereigneten sich in den Monaten April/Mai 1992. Drei Freunde und ich entdeckten am Waldrand einen alten Bunker, der offenstand und in einem guten Zustand war. Wir dachten, dies sei ein optimaler Treffpunkt, für ab und an mal Musik zu hören und so weiter. 

Der einzige Eingang des Bunkers bestand aus einer Gittertür aus Eisen, die wir mit Hilfe mehrerer Ketten mit Vorhängeschlössern, mit Fahrradschlössern, sowie mit einem speziellen absperrbaren Bügel für Motorräder sicherten, um unbefugtes Eindringen zu verhindern. Auch wenn wir uns im Innern des Bunkers befanden wurde die Tür gesichert. 

Durch labyrinthartige Gänge gelangte man zum Hauptraum. In diesen Gängen befand sich nochmals eine dicke Stahltür, die man nur mit 2 Personen öffnen und schließen konnte. Auch diese wurde stets verschlossen. Vielleicht halten Sie diese Angaben für überflüssig, aber zum Verständnis des Vorfalls, sind sie unerläßlich. 

Jetzt kommen wir zur Sache: Ich machte eines Tages den Vorschlag einmal Gläserrücken auszuprobieren. Wir dachten uns, die unheimliche Atmosphäre des alten Bunkers wäre der ideale Ort dafür. Also legten wir los. Irgendwann fing das Glas sich an zu bewegen und beantwortete Fragen, bis das Glas plötzlich immer schneller wurde und schließlich umfiel. Alles war still: Da hörten wir unten im Gang die Geräusche einer schweren, sich öffnenden Stahltür, dann folgten Schrittgeräusche. Wir erstarrten vor Angst, aber nach einiger Zeit fassten wir doch den Mut zu gehen, schließlich konnten wir ja nicht für immer dortbleiben. Wir liefen hinunter durch den Gang und blieben in der Mitte wie gelähmt stehen: Die Stahltür war offen, doch als wir zum Eingang kamen, waren alle Schlösser und Ketten unversehrt, und die einzigen Schlüssel dazu hatten wir dabei. 

Obwohl wir uns geschworen hatten, nie wieder zurückzukommen, gingen wir am nächsten Tag doch nocheinmal zu zweit hin, um unsere zurückgelassenen Sachen zu holen. Ich beschloß noch einige Erinnerungsfotos zu machen. Als ich die Fotos aus dem Labor zurückbekam, blieb mir fast das Herz stehen: Auf einem der Bilder entdeckte ich eine Art Fratze aus weißem Nebel, obwohl es im ganzen Bunker weder Nebel noch Rauch gab. Man erkennt auf dem Bild deutlich zwei Augen,eine Nase und einen Mund (s. Bild) - der Bunker-Geist. Als wir ein paar Wochen später wieder am Bunker vorbeikamen, war der Eingang verschüttet. 
Dirk