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Landschaften
in der Dämmerungsebene
In diesen düsteren, ungastlichen Ebenen irren jene
Seelen herum, denen es an innerer Orientierung und an Seelenkraft mangelt.
Unter Seelenkraft verstehe ich folgendes: je mehr spirituelle Kraft ein
Wesen besitzt, desto leuchtender ist es in seiner Erscheinung. Gemäß
dem Leitsatz "wie innen, so außen" entspricht das Äußere
einer Ebene dem inneren Zustand des Jenseitswanderers. Hier ist die Umgebung
in ein dämmriges Licht gehüllt, etwa wie in später Abendstunde.
Weil es den dortigen Wanderern, wie oben erwähnt an innerer Kraft
fehlt, empfinden diese zugleich oft auch eine große Müdigkeit
und schleppen sich mühselig dahin. Auch leben sie ein jeder für
sich alleine, von eigenen Problemen belastet, und nehmen von anderen Menschen
kaum oder keine Notiz. (natürlich ist das eben Geschilderte ein häufiges
Szenario, und kein Standard. Im Prinzip gibt es alles, was man sich vorstellen
kann - ist doch alles im Jenseits ein Spiegelbild der inneren Vorstellungen)
Das äußere der Umgbung ist ebenso karg und
"abgestorben" wie die Seele der dortigen Wanderer - Steinwüsten, abgestorbene
Bäume und Sträucher, ruinenhafte Bauten
Franchezzo, "Ein Wanderer
im Lande der Geister", Bietigheim, Württ., Turm Verlag, Seite 64-65
Tl.1, Kap.6, Zwielichtland
"Die Behausungen und Wohnstätten
dieses dunklen ,Landes des Elends' lagen über weite Flächen zerstreut.
Alle aber boten einen schrecklichen Anblick von Unreinlichkeit, Schmutz
und Verfall. Sie glichen den Gebäuden in einigen Diebesvierteln unserer
Großstädte, wo einstmals prächtige, mit Reichtum und Luxus
ausgestattete Paläste nun zu Zufluchtsorten des schlimmsten Lasters
und Verbrechens geworden sind. Hier und da stieß ich auf weite, verlassene
Landstriche, die nur wenige zerstreute Häuser, besser gesagt elende
Hütten aufwiesen. In anderen Gegenden gab es Häuserkomplexe ähnlich
den Großstädten der Erde, in denen die Einwohner dicht zusammengedrängt
hausten und einen düsteren, unerfreulichen Anblick darboten. Überall
konnte man Schmutz, Unrat und Elend bemerken: ein wahrhaft trostloser Zustand,
der durch die geistigen Ausströmungen der lasterhaften Bewohner dieser
Gegend verursacht wurde. Nicht eine Spur von etwas Reinem, Schönem
oder Anmutigem war hier zu entdecken, auf dem das Auge gerne hätte
verweilen mögen.
Unter diesen Unglücklichen
wanderte ich mit meinem kleinen Sternenlicht umher. Es war so winzig, daß
es einem leuchtenden Pünktchen glich, das in der Dunkelheit aufblitzte
und sich bewegte. Doch um mich her verbreitete es eine sanfte, milde Helle
und bildete einen Hoffnungsstern für alle, die nicht infolge ihrer
Selbstsucht und ihrer Leidenschaften zu verblendet waren, um es wahrzunehmen.
Ab und zu fand ich solche Unglückliche
an irgend eine Wand gelehnt oder in der Ecke eines armseligen Zimmers kauernd.
Besaßen sie genügend Kraft, sich aufzurichten und auf meine
Worte zu hören, dann begannen sie den Weg zum Guten zu suchen und
auf diesem Wege zu den höheren Sphären, aus denen sie durch Sünden
gefallen waren, zurückzukehren. Einige konnte ich dazu bewegen, mir
bei meinen Bemühungen, anderen zu helfen, beizustehen. In der Regel
jedoch waren diese Ärmsten nur imstande, an ihr eigenes Elend zu denken
und sich nach Höherem als ihrem gegenwärtigen Zustande zu sehnen.
So gering dies auf den ersten Blick erscheinen mag, war es dennoch der
erste Schritt nach vorwärts, dem dann der zweite - nämlich der
Gedanke, wie man anderen helfen könne - ebenso sicher folgte."
Labyrinthe

Diese Ebenen sind obzwar eigenartig anmutend durchaus
häufig (wie auch in den Träumen). Die Labyrinthe (genaugenommen
verzweigte Kellergänge) sind Ausdruck einer inneren Weglosigkeit.
Es sind dies dämmrige, labyrinthartig verzweigte Kellergänge
mit Höhlen oder finsteren Nischen und Zimmern, an deren Wänden
und Ecken sich die dort hin verschlagenen Jenseitigen hin kauern
und in ihrer inneren Müdigkeit fallen lassen. Oft schaut ihr
Äußeres sehr mitgenommen aus - die Kleidung ist zerlumpt, der
Körper zerschunden. Die Jenseitigen dort sind kaum ansprechbar und
in einem Zustand des Dahindösens, oder sie sind im Schlaf (was sie
auch ihren Zustand nicht bewußt werden läßt, was einerseits
für sie gut ist, andererseits sie nicht gegen das Los aufbegehren
läßt, wodurch sie Aktivitäten entwickeln würden und
sicherlich einen Weg hinaus finden würden). Da sie ihren augenblicklichen
Zustand kaum fühlen ist ihr Zustand nicht derart leidvoll, wie
man auf Grund der äußeren Erscheinung glauben könnte.
Das Irren in diesen Gängen erweckt ein Gefühl
der Hoffnungslosigkeit. Es gibt zwar Ausgänge, tatsächlich findet
man diese jedoch nur dann, wenn man aus dem Mut der Verzweiflung oder durch
die Hilfe von Helfern an innerer Kraft gewonnen hat. Dann sind auf einmal
Türen dort, wo früher keine waren.
"Dahindämmernde
Seelen"
"Ich gelangte in eine geräumige
Felsenhöhle. In der Düsternis lagen oder saßen lethargisch
ca. 10 Gestalten im Staub, teilweise in Decken eingehüllt. Irgendwo
lauerte Gefahr, das fühlte ich. Um die Art der Gefahr zu erkennen,
mischte ich mich unter das Publikum und versuchte mich ebenfalls in ein
Tuch zu hüllen, was gleichzeitig eine Möglichkeit war meine andersartige
Erscheinung zu verbergen (ich war ja ein Besucher - Astralwanderer - fühlte
anders und sah auch entsprechend anders aus). Mein Tuch war zwar von einem
matten Weiß mit dunkelblauen Blumen und somit doch nicht konform
mit den grauen Decken der Anderen, aber vom Weiten konnte man das sicherlich
nicht erkennen.
Still saß ich nun und wartete
einige Zeit. Mittlerweile versuchte ich Kontakt mit den armen Seelengefährten
zu knüpfen. Ich sprach ihnen zu und der eine und der andere erwachte
aus seiner Regungslosigkeit und blickte mich an. Allmählich wurden
alle mehr und mehr von Leben erfüllt. In diesem Augenblick kam aus
dem Gang eine Gestalt von gedrungenem Zwergenwuchs. Er erfaßte eine
der nach wie vor passiven Gestalten und schleppte sie einige der Felsenstufen
zu einer etwas höher gelegenen kleinen Halle empor. Dem Gefühl
nach hatte er nichts Gutes vor. Allerdings kam er nicht dazu, denn ich
griff in die Handlung ein und besiegte das Wesen.
Das Schauspiel des Kampfes und die
Erkenntnis der Gefahr belebte nun meine Seelengefährten vollends und
so folgten sie meinem Aufruf die Höhle zu verlassen. Die kleine Gruppe
machte sich auf den Weg und ich wurde in meinen physischen Körper
zurückgerufen."
"Der finstere Winkel
in der Markthalle"
In einem Schwebeschritt, wobei
ich mit den Zehenspitzen nur leicht den Boden berührte und hierbei
halb fliegend Riesenschritte machte, eilte ich die Nußdorfer Straße
entlang, in Richtung Stadtmitte. Knapp vor der Markthalle gesellte sich
ein etwa achtjähriger Knabe als Begleiter zu mir. Wir hielten uns
an der Hand und beteten gemeinsam ein Japam (sich wiederholendes Kraftwort).
Dieses ging sehr gut, es wurde mir ganz heiß ums Herz. Immer stärker
wurde mir bewußt, daß es sich nicht um die irdische Ebene handelte
(ich wurde dadurch luzider, wenn man so sagen will), und so beschloß
ich die Umgebung näher in Augenschein zu nehmen und bog ab, um die
Markthalle zu besichtigen.
Die Markthalle war sicherlich auch
hier ein zentraler Ort, an dem sich viele Menschen trafen und es etwas
zu sehen gab, so dachte ich. In dieser Absicht ging ich hinein. Zu meiner
Überraschung war die Markthalle fast leer. Einige Leute standen drinnen
herum und im Halbschatten sah man einiges Gerümpel. Es war etwas dämmrig
und bei weitem nicht so einladend wie die Straße draußen, von
der ich kam. Als ich etwas weiter hinein ging, wurde es immer finsterer
und zuletzt stockdunkel. Ich durchschritt einige Meter die Dunkelheit und
blieb dann stehen. "In einer so finsteren Ecke gibt es sicher auch einen
Abstieg in skalpische Sphären", dachte ich. So blickte ich angespannt
in die Finsternis. Es war nichts zu sehen, alles war Schwärze. Ich
versuchte mit meinem empathischen Tastempfinden, eine Fähigkeit, die
ich bei solchen Wanderungen immer habe, die Umgebung zu sondieren. Und
tatsächlich, gleich vor mir, öffnete sich als Loch im Boden eine
tiefe Kelleretage und Gefahr lauerte mir entgegen. Die Kelleretage schien
ohne Begrenzung und weitete sich zu einer ganzen Ebene. Ich versuchte Stufen
zu erspüren, aber es waren keine vorhanden; der Eingang war ein senkrechter
Schacht, ein riesiges Loch im Fußboden, verborgen in der absoluten
Schwärze dieses Winkels der Halle.
Nachdenklich wandte ich mich wieder
dem helleren Teil der Halle zu."
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