Rund um die Hexe
@ copyright Dagmar Bernklau, Nürnberg und Alfred Ballabene, Wien, 1999
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Ich bin keine
Hexenforscherin,ich schreibe nicht über Hexen,ich bin
eine Hexe.
Was meint ihr, was er wohl
fing? Soll denn mein Blasen verloren sein,dann will ich auch kein Jäger sein- Er zog sein Netz wohl über den Strauch,da sprang ein schwarzbraunes Mädel heraus- Ach,schwarzbraunes Mädel entspring mir nicht,ich habe große hunde, die holen dich- Die großen hunde, die fürchte ich nicht,sie kennen meine weiten Sprünge noch nicht- deine hohen weiten sprünge, die kennen sie wohl,sie wissen,das du heut noch sterben sollst- und sterb ich heut bin ich morgen tot,begräbt man mich unter Rosen rot- wohl unter den Rosen wohl unter dem Klee,darunter vergeh ich nimmermehr- Er warf das Netz ihr wohl
über den Fuß,auf das die Jungfrau fallen muß!
blessed be Gerlinde |
| Einleitung: Yogis und Hexen Hexen entstammen einer uralten Wissenstradition, niemand weiß wie viele zehntausende Jahre oder hunderttausende Jahre diese alt ist. Sicher gibt es da Historiker, welche diese Behauptung mit einem Lächeln abtun - vielleicht haben sie recht, wenn man sich nur auf den Namen Hexen beruft und meint, der Name ist alles. Nun, dann wollen wir sagen, damals in weiterster Steinzeit hießen sie Schamaninen. Unter den Schamanen damals gab es Männer und Frauen, durchaus mit getrennten Schwerpunkten der Magie. Schon damals waren die Schamaninen unter anderem für Heilung, Fruchtbarkeit und Wachsen und Gedeihen zuständig - was ist das anderes, als das, wofür sich die Hexen auch heute noch zuständig fühlen? Da die Hexenkultur so alt ist, ist es kein Wunder, daß wir in den verschiedensten Kulturen gleiche Hexen-Traditionen, -Symbole und ähnliche Mythen und Sagen um Hexen finden. Um dies aufzuzeigen stelle ich hier in diesem Text einige Vergleiche zwischen den tibetischen Dakinis und unseren heimischen Hexen-Sagen bzw. -Märchen an. Zunächst wie komme ich als Yogi zu dieser Thematik? Nun, die Dakinis (alte, weise Hexen) und die Yoginis (junge, vitale Hexen) waren die magischen Partnerinen der Yogis, genauer der Siddhis und Tantriker (es gibt ja auch viele andere Yogalinien, z.B. brahmanische, die sind hier nicht gemeint). Dies ist nicht nur symbolisch gemeint, wie man z.B. glauben könnte, wenn man die hierzu passenden Texte des Kundalini Ressorts liest, sondern sie lebten tatsächlich in einer partnerschaftlichen Beziehung. Es war dies nicht eine Beziehung, welche durch die Gesellschaft oder Religion alsd Ehe sanktioniert wurde, sondern eine Lebensbeziehung, welche durch magische Rituale und Initiationen gefestigt wurde. Diese Partnerinen bedeuteten für die Yogis die sichtbare Gegenwart ihrer magischen Energie( = Kundalini), welche als weiblich gedacht wurde. Aus H. W. Schumann, "Buddhistische Bilderwelt":
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Das Waldweib Die Russen nennen sie Baba Jaga. Sie wird geschildert als altes Weib, an einem feurigen Kessel sitzend, mit einem feurigen Besen die Luft fegend, welche ihren Kessel trägt. Sobald sie sich aufmacht, stöhnt die Erde, heulen die Winde, das Hausvieh stampft verängstigt in den Ställen. Auch verwandelt sich die indische Geburtengöttin in die totbringende Kali, so auch die Zlata-Baba, die als große Göttin verehrt wurde (als die Goldfrau). Die Begegnung mit Baba Jaga ist zweifelsohne eine abergläubische Vereinfachung dieser Naturmacht. Es kann sogar nachgewiesen werden daß das schreckliche Aussehen der Baba Jaga erst durch das Niederschreiben der Volksmärchen im 18-19 Jahrhundert zustande kam. |
Alte Hexe Hexen wurde eigentlich immer Unsterblichkeit und Alterslosigkeit nachgesagt.Teilweise kam das daher, daß diese sich mit Kräutern und Elexieren auskannten. Es hieß auch, eine Hexe, die Töchter gebiert stirbt und altert nicht. Das ist Unsinn, denn auch eine Hexe ist wie alles andere dem ewigen Kreislauf von Leben und Vergehen unterworfen. Das Rad dreht sich. Die Göttin dreht daran. Gerne wird die Hexe auch als bucklige Alte dargestellt. Im Mittelalter aber wurden hauptsächlich schöne, junge Frauen vor allem die mit roten Haaren der Hexerei bezichtigt, verfolgt und getötet. Im Himalayagebiet nenn man die Hexen Dakinis. Sie sind alte, weise Hexen. Damit ist die alte weise Zauberin gemeint, Ausdruck des tiefsten geheimen Wissens. Sie haben auch ein schreckliches Aussehen als Ausdruck ihrer magisch-dämonischen Kraft. Dämonisch ist hierbei nichts abwertendes - Götter leben in einer jenseitigen Welt, Dämonen in dieser, sonst sind beide ihrem Wesen nach gleich.
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Fetzenkleid
links: tangusisches Schamanenkostüm
Um magische Kräfte herbeizuziehen und für den Schutz, waren (und sind? - jetzt wohl nicht mehr, unsere Stadtschamanen) die Schamanen mit unzähligen Utensilien behangen: Federn zum Zeichen des Geisterfluges, Knochen zum Zeichen der Unsterblichkeit bzw. der Überwindung des Todes, Talismane und vieles mehr. In Zuge der Diskriminierung war es kein weiter Schritt mehr, aus der Symbolgewandung ein Fetzenkleid zu machen und das Bild einer alten, zerlumpten Hexe der Bevölkerung einzuprägen. Sibirischer Schamane |