Astralreisen, Jenseitswelten

 

Teil 5

 

Jenseitige Ebenen

 

 

 

 

Alfred Ballabene

 

Inhaltsverzeichnis

 

Allgemeines

Über die Schichtung jenseitiger Ebenen

Die Frage um die Existenz feinstofflicher Materie

Eigenschaften der Astralwelten

Höllen als Orte der Selbstbestrafung

Höllen als Orte der Lust und Aggression

Dämmerungsebenen, Nebelwelten

Labyrinthe

Ankunftsebenen

Scheinparadies 
Hohe Astralebenen 

 

 

 

Jenseitswelten, Astralebenen

 

 

Allgemeines

 

In Bezug auf das Jenseits herrscht in den religiösen Traditionen zumeist das Prinzip der Belohnung/Bestrafung vor. Solches hat sich als geeignet erwiesen, um die Menschen aus Angst vor der Hölle sozial zu disziplinieren. Allerdings benötigte ein Belohnungs- und Bestrafungs-System auch eine richterliche Instanz als Garant der Gerechtigkeit. Dies erforderte ein Eingreifen Gottes in die individuellen Schicksale der Menschen. (Schicksal hatte nur der Mensch, die restliche Natur war ausgeklammert, da sie nur Kulisse und Nahrungsbasis für den Menschen war).

 

Nach neueren Auffassungen, die von einer Selbstorganisation der Schöpfung ausgehen, sind es psychische Gegebenheiten, welche den Jenseitsaufenthalt bestimmen. Hierbei gilt:

Jenseitige Welten sind Orte der Affinität - Gleiches zieht Gleiches an.

 

 

 

Über die Schichtung jenseitiger Ebenen

 

Theosophie:
Nach dieser Lehre gibt es eine Schichtung von jenseitigen Ebenen, die, je mehr sie sich von der materiellen Ebene entfernen, umso feinstofflicher werden, also in ihrer Gesetzmäßigkeit immer weniger "physikalischen" Gesetzen gehorchen und sich in höherer Schichtung zunehmend einem reinem Bewusstsein, das frei von Form-Gebundenheit ist, nähern. (Buddhistische und tantrische Lehren gehen davon aus, dass das Bewusstsein in sich existent sein kann und keinen Körper als Bewusstseinsträger benötigt.)

 

Älteren Auffassungen zufolge sind die feinstofflichen Ebenen schichtartig strukturiert, wobei die dichteren Schichten der Erde näher sind und die feineren einen jeweils größeren Abstand zu Erde haben (Schichtmodell in Analogie zu einer Zwiebel).

 

Anderen Auffassungen zufolge können die Ebenen ungestört einander durchdringen, weil eine jeden Ebene einer andere Dimension angehört. Nur innerhalb einer Ebene gibt es dann eine Schichtung wie im vorhergehendem Modell.

 

In beiden Auffassungen sind die jenseitigen Welten (Ebenen) wie die aurischen Schichten des Menschen (Hüllen) aufgebaut. Der Planet entspricht einem großen Organismus mit einem analogen feinstofflichen Aufbau wie der Mensch.

 

Nachfolgend eine Skizze (Zwiebelmodell) über die Schichten beim Menschen ("Hüllen") und die des Planeten ("Ebenen") aus dem Buch "Lilith".

(Innerer) Aufbau des Menschen:
In vielen religiösen Lehren des Orients und Ostens werden dem Menschen eine Skala immer feiner werdender Seelenkörper zugeschrieben. Am jüngsten ist die theosophische Lehre von den einzelnen Hüllen (Feinkörper, Vehikel). Zur besseren Vorstellung wird oft das Modell einer Zwiebel zitiert, obwohl man sich vorstellt, dass die Feinkörper einander durchdringen.

 

 

Ähnlich wie den Aufbau des Menschen in seinen feinstofflichen Hüllen, stellt man sich auch den Planeten Erde vor, ebenfalls von Hüllen umgeben, welche in diesem Fall "Ebenen" genannt werden.

Wir sind wie eine Zwiebel aufgebaut. Das innere Herz ist das höhere Selbst, der ewige, göttliche Teil in uns. Je mehr die Schalen (Hüllen) vom höheren Selbst entfernt ("herabgefallen") sind, desto mehr sind sie durch ein individuelles Bewusstsein geprägt und vom göttlichen Kern isoliert. Am weitesten entfernt ist der materielle Körper.
Aus "Lilith", von A. Ballabene, gratis ebook

 

 

Einteilung der Ebenen nach der theosophischen Lehre

 

Die Frage um die Existenz feinstofflicher Materie

 

Theosophische Auffassung

 

Nach theosophischer Auffassung ist die gesamte Schöpfung, ob irdisch oder transzendent, aus Materie aufgebaut. Die Materie ist ein Produkt göttlicher Gedankenkraft. Je höher die jenseitigen Ebenen sind, desto leichter "reagiert" die Materie auf Gedanken/Gefühle und desto mehr wird ihr mental-magischer Ursprung ersichtlich.

Von der Praxis her lassen sich astrale Erfahrungen damit gut erklären. Aus diesem Grund wird auch von mir sehr häufig der Begriff "feinstofflich" verwendet. Es hat sich als Arbeitshypothese bewährt.

 

 

Modell virtueller Kommunikationsbühnen durch telepathische Resonanz

 

Diese Hypothese fußt auf der Vorstellung, dass man ähnlich wie in virtuellen Cyberwelten, keine materielle Basis benötigt, um etwas zu erleben und um kommunizieren zu können. Wenn wir Telepathie oder Ähnliches als eine verbindende Energie/Information betrachten, dann wäre es möglich, "Bühnen" aus bloßer Vorstellung aufzubauen, virtuelle "Orte", in denen Intelligenzen mit gleicher Ausrichtung und Schwingungsqualität miteinander kommunizieren. Dieses Modell ist auch gut geeignet, um zu erklären warum Astralwelten so anthropomorph erscheinen.

 

In einigen wenigen Astralwanderungen machte ich die Erfahrung, dass die von mir erschaute Umgebung anders wahrgenommen wurde, als von meinen Begleitern. Es sind seltene Beobachtungen, die mir zeigten, dass die Wahrnehmung der "Astralwelt" von mir subjektiv und anders als von meinem(er) Begleiter(in) wahrgenommen wurde.

 

"Unterschiedliches Sehen." (eigene Erfahrung)
Ich schlenderte eine ruhige, breite Straße entlang. Es war eine unbekannte, jedoch dennoch irgendwie vertraute Stadt. Sie war schön, gepflegt und mit Häusern aus der Gründerzeit. Wäre sie nicht auf hügeligem Gelände gewesen, hätte es einer der Nobelbezirke Wiens sein können. Das Umfeld strömte eine wohltuende Ruhe aus. Es fehlten die Autos und jegliche Art Verkehr.

 

Dahinschlendernd, gleich einem Touristen die Häuser betrachtend, gelangte ich zu einer Brücke und entdeckte dort einen Fußweg, der ein eingeschnittenes Tal hinunter führte. Er gefiel mir, ich schwenkte ab und ging den Weg entlang. Nach ca. 50 m hörten die Häuser auf und eine schöne Naturlandschaft tat sich auf. Der Hang zum Bach wurde steiler, das Tal tiefer eingeschnitten und gegenüber war ein grün bewaldeter Berghang zu sehen. Mitten in diesem schönen Spaziergang wachte ich auf.

Wieder eingeschlafen befand ich mich wieder in dieser Stadt; diesmal war mir meine verstorbene Mutter zur Seite. Ich erzählte ihr sofort von dem neuen Weg, den ich entdeckt hatte und führte sie dorthin. Als wir in das schöne Tal kamen, fragte ich meine Mutter, ob sie die kleine Siedlung weit hinten am gegenüberliegenden Hang sähe. Erstaunt verneinte sie dies. Nun wurde ich aufmerksam, befragte sie noch um ein paar kleine Details, die ich sah und die sie ebenso nicht wahrnahm. Da bemerkte ich, wie meine Mutter auf scheinbar unebenem Boden ging. Mal war sie ca. 50 cm über dem Wegniveau, so wie ich es sah, dann wieder auf normaler Höhe. So ging es auf und ab als wäre der Weg für sie felsig. - Meine Mutter liebte zeit ihres Lebens Felsen und Berge. Offenbar hatte die Landschaft für sie diesen Charakter, während für mich alles sanft abgerundet war.

,,Ist es nicht schön hier", sagte ich.
,,Ja, wunderschön", sagte meine Mutter und ging zum Rand, um die schöne Landschaft zu bewundern; dabei stand sie in der Luft auf einem mir unsichtbaren Felsenvorsprung. Für mich sichtbar war eine Steilböschung deren Felsen und Bewuchs ca. 5m unterhalb meiner Mutter zu sehen war. Da meine Mutter stehen blieb, um die schöne Landschaft voll genießen zu können, hatte ich einige Sekunden Zeit, um mir dieses Bild genau anzusehen.

 

Die zwei Hypothesen, einen feinstofflichen oder virtuellen Aufbau postulierend, lassen sich weder beweisen noch logisch widerlegen, was aber nicht tragisch ist, weil sich mit beiden Modellen in der Praxis gut arbeiten lässt. In beiden Hypothesen sind die Ebenen keine lebenserhaltende Basis für einen Körper im Sinne von Ernährung und sonstigen Lebensresourcen, sondern sie sind ein Kommunikationselement.

 

Ein imaginärer Raum erlaubt uns, dass wir Handlungen und Bewegung in diesem "Raum" in gewohnter Weise ausführen können. Er gibt uns die Möglichkeit, uns in gewohnter Weise auszudrücken, psychische Erfahrungen zu sammeln und lieb gewordenen Gepflogenheiten nachzuhängen. Wer möchte sich schon von einem Augenblick zum anderen in einem zeitlosen, raumlosen Zustand befinden, dem Urzustand des Universums? Die meisten Menschen würden wohl in Panik geraten, sofern noch eine Identität vorhanden wäre.

 

 

 

Eigenschaften der Astralwelten

 

Die äußere Erscheinung astraler Ebenen und jenseitiger Wesen wird in erster Linie durch die Psyche (dieser Wesen) und die Gewohnheiten der (verstorbenen und dort lebenden) Menschen bestimmt. Aus diesem Grund sind die Gestaltungsregeln sehr häufig jenen der Traumsymbolik ähnlich, da die Psyche die gestaltende Kraft ist

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Wenn wir uns mit den Astralwelten vertraut machen wollen, dann ist ein guter erster Schritt unsere Träume zu beobachten und uns mit den ihnen innewohnenden Gestaltungskräften und Gesetzmäßigkeiten vertraut zu machen. Himmel und Hölle ergeben sich dann ganz automatisch als astrale Außenprojektionen unserer Psyche mit ihren Spannungen und Aggressionen, mit ihrer Harmonie und liebevollen Zuwendung.

 

Ebenen

Die Ebenen sind keine Bereiche der Belohnung oder Bestrafung, sondern ergeben sich ganz von selbst auf Grund psychischer Mechanismen - z.B. Selbstbestrafung, Bedürfnis sich auszuleben oder auch geistige Unkontrolliertheit. Mit zunehmender Kenntnis transzendenter Gesetze und innerer Ausgeglichenheit können es sich die Jenseitigen besser richten und schaffen sich solcherart lebenswertere Daseinsbedingungen.

 

Schwere

In den niederen Ebenen herrscht eine Schwere, die mitunter individuell unterschiedlich empfunden wird. Man könnte sagen, es ist die innere Müdigkeit, welche den Körper schwer macht. Das Gegenteil gilt dann für höhere Ebenen. Schon auf Erden erfasst bei Freude den Menschen ein Gefühl der Leichtigkeit. Kinder beginnen dann zu springen und zu tanzen.

 

Helligkeit

Die niederen Ebenen werden oft als dämmrig empfunden, oder so wie an einem bewölkten Wintertag. Die hohen Ebenen zeichnen sich durch starke Farbigkeit aus.

 

Eigene Versuche lokaler Aufhellung bei Astralreisen:
Durch Willensanstrengung kann ein kleines Umfeld von einem Astralwanderer kurzfristig in der Schwingung aufgebessert werden. Sobald die Konzentration nachlässt, fällt die veränderte Nahumgebung wieder in den Grundzustand zurück (Kollektivschwingung wird wieder dominant).

 

Sichtbarkeit

Von einem tieferen Standpunkt aus können höhere Ebenen nicht gesehen werden, wohl ist aber das Umgekehrte möglich. Durch Training kann man durch den "Boden" schauen und den Blick auf tiefere Ebenen fokusieren.

 

Übergänge

Die Übergänge von einer Ebene zur anderen erfolgen in unserer psychischen und jenseitigen Wahrnehmungssprache durch Schwellen, wie wir sie aus der Tiefenpsychologie her kennen. Da jenseitige Ebenen keine Orte sind, sondern Dimensionen, gibt es auch keine örtlichen Trennungen. Selbst die Einteilung in "niedere" und "hohe" Ebenen ist eine psychologisch bedingt und nicht räumlich, sondern symbolisch zu bewerten.

 

Empathie

Empathie, das Erspüren von Absichten und Gefühlen anderer Mitwesen ist auf der Astralebene eine normale Wahrnehmungsart. Durch die Mauern der Häuser dringt die Ausstrahlung ihrer Bewohner und sättigt die ganze Umgebung. Diese Aufladung wird bisweilen ,,prickelnd" auf der gesamten körperlichen Oberfläche des Astralwanderers empfunden.

 

Das Wiederfinden von Bekannten

Dies ist mir selten gelungen. Es geht nur über ein inneres Band der Liebe und erst dann wenn die innere Verbindung so stark ist, dass man jene Person nah empfindet.

 

Materialisationen

Bei tagesbewussten Astralwanderungen sind durch die Realitätsnähe die Erwartungen, dass sich alles so wie im Irdischen verhält, so groß, dass sich innerlich alles zur Wehr setzt, was der materiellen Vertrautheit widerspricht. Man muss hierzu sehr oft innere Widerstände, die z.B. ein Fliegen verhindern, überwinden. Noch stärker gilt dies beim Materialisieren. Hierbei empfiehlt es sich, wenn man etwas materialisieren will, verschiedenste Tricks anzuwenden.

Beispiel (eigene Erfahrung):
Ich wollte einen Blumenstrauß überreichen und zugleich auch demonstrieren, welch großartig entwickelten Fähigkeiten ich bereits besäße. So hielt ich meine leere Hand hin, um daraus einen Blumenstrauß wachsen zu lassen. Das Ergebnis war für mich ernüchternd, es gelang nicht. Um die Situation zu retten, hielt ich die Hand hinter meinen Rücken und konzentrierte mich abermals mit der plastischen Vorstellung eines Blumenstraußes, mit dem Beigedanken, ihn schon lange in der Hand zu halten. Jetzt gelang es und ich konnte den Blumenstrauß überreichen.

 

 

 

 Höllen als Orte der Selbstbestrafung

 
Die Hölle schaffen sich die Menschen selbst, hier in unserer Welt und auch drüben, wo immer es sein mag. Sie schaffen sich die Hölle im eigenen Bewusstsein und machen auch anderen die Welt zur Hölle. Wir sind geneigt zu glauben, dass Gott die Menschen für die schlechten Taten bestraft. Das ist nicht so. Hölle ist ein Zustand, den die Menschen sich schaffen. Da sich innere Zustände in den Astralwelten nach außen als Umgebung zeigen, so gibt es auch hässliche äußere Welten, die in Wirklichkeit jedoch nichts anderes sind als die Spiegelbilder der Seelenzustände.

Warum finden sich in jenen jenseitigen Welten Menschen mit gleichartigen Charakterqualitäten? Das ist einfach zu erklären. Sie werden nicht zusammen geführt, sondern finden sich von selbst. Auf Erden neigen Menschen dazu sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun. "Drüben" ist es dies sogar noch stärker ausgeprägt; es bilden sich "Orte" oder Bewusstseinsräume von Gleichgesinnten und diese Räume bezeichnet man als Hölle. Diese Orte entstehen aus der kollektiven aurischen Schwingung und Vorstellung der dortigen Menschen. Es sind keine Bestrafungsorte. Für jene sind diese Orte normal, weshalb sie sich weder bestraft fühlen, noch die Tendenz zeigen etwas anderes zu suchen. Jedenfalls gibt es keine außenstehende Instanz, welche in irgendeiner dogmatischen "Gerechtigkeit" Gemüter, welche nicht in die religiöse Schablone passen, bestrafen würde (dies ist meine Meinung). 

 

 

Falsche Reue und Selbstbestrafung

 

Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens Schuldgefühle angehäuft. Die Vorstellung für Schuld bestraft werden zu müssen, wird den Menschen durch Religion und weltliche Gerichtsbarkeit eingeprägt. Dies führt zu der irrigen Vorstellung, dass Schuld abgebüßt werden muss - überall, auch im Jenseits. Um den inneren Frieden finden zu können, setzen daher viele Menschen diesen Schuld-Vergeltungsmechanismus unbewusst in Gang. Diese Menschen schaffen dann aus ihrer Vorstellung heraus Orte der Qual, an denen sie ihre Schuldgefühle abtragen. Wie viel besser wäre es, wenn diese Verstorbenen im Jenseits versuchen würden, ihre früheren Verschuldungen durch gute Taten auszugleichen, um solcherart zu ihrem inneren Seelenfrieden zu finden.

Der Selbstbestrafungsmechanismus ist umso tragischer als oft nicht einmal Vergehen im ethischen Sinne vorliegen, sondern nur Verstöße gegen eine zeitbedingte weltliche oder religiöse Moralvorstellung. Wir wissen aus der Psychoanalyse, wie verheerend sich solch innerer Zwiespalt auswirken kann. Alle diese kranken, psychischen Muster werden in das Jenseits hinüber geschleppt und kommen gelegentlich in einer ersten kurzen Zeit zur Geltung. Sicherlich werden sich Helfer darum bemühen die Menschen aus dem selbstgeschaffenen Regelkreis heraus zu holen, aber sie tun sich hierbei oft sehr schwer.

 

Was die sich selbstpeinigenden Menschen dort benötigen ist eine Hilfe mit viel psychologischem Verständnis. Bisweilen können solche Schuldgefühle durch symbolische religiöse Handlungen getilgt werden (z.B. Seelenmessen, Anzünden von Kerzen, Gebete etc.). Die den Verstorbenen zugesendeten Gedanken werden durchaus empfunden, weil durch das Wegfallen der physischen Sinne die feineren Möglichkeiten seelischer Kommunikation sich besser entfalten können.

 

Eine Hilfestellung von jenseitigen Helfern durch gutes Zureden oder ein therapeutisches Gespräch wird oft dadurch erschwert, dass jene Seelen jeglichen Kontakt meiden und nicht ansprechbar sind.

 

 

"Die Gefesselte"
,,Die andere Welt", 14. Jg.(1963) II, 8, Seite 609-610

Letzthin begegnete ich hier einer beklagenswerten Frau, der ich hoffentlich mit der Zeit werde helfen können. Ich will versuchen, euch ihre Geschichte zu erzählen.

Ich sah sie in unzählige Knötchen von winzigen Fäden verwickelt. Sie hätte diese leicht zerreißen können, doch sie bildete sich ein, gefesselt und außerstande zu sein, einen Schritt zu tun. Von ihrem Schutzengel, dessen Dasein sie übrigens nicht einmal ahnte, konnte sie nicht erreicht werden. Ihre Natur schreckte bei der geringsten - sogar völlig unbedeutenden - Unannehmlichkeit zurück, was ihr ganzes Erdenleben verdarb. Eine kleinmütige Natur!"

Ich werde vermutlich viel Ausdauer brauchen, bis ich ihr aus dieser Lage herausgeholfen haben werde.

 

 

Bild aus: A. Ballabene, "Die Tempelstadt", Verlag: SOLARIS Spirituelle Edition, Wien, ISBN 978-3-901975-33-2

 

 

"Eingebildete Armut"
,,Die andere Welt", 14. Jg. (1963) Tl. II, Nr. 8, Seite 609-610

Dieser Fall handelt von einem Menschen, der sein Leben lang sehr reich war. Schließlich kam die allgemeine Wirtschaftskrise und brachte ihn um den größten Teil seines Vermögens. Es blieb ihm jedoch genug übrig, um damit ein bescheidenes Dasein zu führen. Ihr und ich - wir wären damit gut ausgekommen. Ihn aber drückte das Gefühl der Armut seelisch nieder. Er kam sich vor wie ein armer Teufel, und die Last dieser vermeintlichen Armut bedrückte ihn dermaßen, dass seine Gesundheit darunter litt. Sein Körper verlor an Widerstandskraft und vor kurzem raffte ihn schließlich eine Grippe dahin.

Jetzt geht er hier in Lumpen einher! Sobald er sieht, dass jemand naht, verbirgt er sich vor Scheu.

Wie gern - oh wie gern! - möchte ich ihm sagen können, er sei nur arm in seiner Einbildung! Allein die Zeit, da er mich verstehen wird, ist für ihn noch nicht gekommen...

Die Lehre davon? Wer sich auf Erden in ein Gefühl des Elends versenkt, der ruft es hier ins Leben und muss gewöhnlich solange darin verharren, bis er seine Lage ganz und gar unerträglich findet. Dann steigt aus seinem Innersten die tiefe Sehnsucht empor, unsere einzige Retterin!

 

Aus: A. Ballabene, "Die Tempelstadt"
In einigen Höllenwelten machte Elbrich eine merkwürdige Beobachtung. Hier gab es Orte, wie Inseln eingestreut, die in ihrem Charakter anders waren als die restliche Ebene. Es schien, als würden sich um einzelne Menschen wie aus Nebel Räume bilden. Manche dieser Räume schienen von farblosen, rauchartigen Gestalten belebt. Es drängte sich der Vergleich mit Bühnen auf: Der Regisseur - eine sich selbst bestrafende Person – umgab sich mit schattenartigen, mentalen Phantomen.

Ohne zu merken, dass sie eigenen psychischen Produkten gegenüber standen, betrachteten jene Menschen die Phantome als Teufel, als eigenständige Individuen oder als die von Gott verstoßenen Dunkelengel, denen sie nun ausgeliefert waren. Der Glaube an religiöse Jenseitsdarstellungen war in manchen Menschen derart fest verankert, dass sie ihre Schuldgefühle im Rahmen solch selbst erschaffener Kopien eingeimpfter Glaubensdogmen auslebten.

Elbrich stellte fest, dass diese Bühnen oder Örtlichkeiten nicht so dicht und farbig waren wie die Astralebene außerhalb solcher Bereiche. Sie erschienen seinem Auge wie eine Umgebung, die sich aus Dampfschwaden bildet. Selbst die Teufel, die dort in Erscheinung traten, waren nur schwach farbige, wolkenartige Erscheinungen mit einer Pseudointelligenz. Sie waren Scheinwesen, die nicht aus eigenem Antrieb handelten. Sie waren wie Marionetten, die vom Unterbewusstsein der sich selbst quälenden Menschen geführt wurden. So waren auch die Vorgänge, die sich um solch einen Menschen abspielten, überaus monoton: sie hatten ja nur den einen Zweck, dessen Erwartungshaltung eines Abbüßens von Sünden zu erfüllen.

Nur in wenigen Fällen hatte Elbrich hier einer armen Seele helfen können. Am hinderlichsten war, wie sich herausstellte, dass die Menschen sich derart in eigene Vorstellungen hinein gelebt hatten, dass sie von außen nicht mehr ansprechbar waren.

Einmal gelang es Elbrich durch große Geschicklichkeit und fast aus Versehen, einem Büßer die Halluzination einer Erscheinung zu suggerieren. Eigentlich hatte er sich nur mittels eines inneren Bildes der anderen Person sichtbar machen und ein Gespräch mit ihr führen wollen. Doch dann kam alles anders.
Die arme Büßerseele konnte seinen Kontakt unbewusst wahrnehmen und projizierte das innere Bild in seine Umgebung. Dort empfand er die neu auftauchende, helle Gestalt als einen von Gott gesandten Engel, der ihm durch sein Erscheinen zu verkünden schien, dass die Strafe nun abgebüßt und das Fegefeuer beendet sei. Elbrich war erstaunt, wie eine ungefähre Abbildung seiner selbst unbeabsichtigt und unerwartet in die Bühnenhandlung integriert wurde. Er wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass so etwas überhaupt möglich wäre. Die Folge dieses Geschehens war erstaunlich. Als hätte der Büßer auf den Posaunenklang der Erlösung gewartet, richtete er dankbar seinen Blick nach oben. Es verschwanden die Mentalformen und die umgebende Szenerie. Als weißgraue Gestalt hob er sich empor. Dann schien sich die weißgraue Form aufzulösen und es war nichts mehr zu sehen. Zurück blieb eine nichtssagende steinige Landschaft.

Elbrich machte sich Gedanken, was diesen jähen Umbruch bewirkt hatte. Hatte jene Seele schon das Empfinden genug gebüßt zu haben und wartete sie bereits auf eine Erlösung? Oder konnte er Gefühle wie Mitleid und Liebe übertragen und dadurch die destruktiven Psychomechanismen in diesem Menschen überwinden?

Was geschah nachdem sich die dichtere Form des Büßers aufgelöst hatte? Fand er sich in neuer Gestalt auf einer höheren Ebene wieder?
(A. Ballabene, "Die Tempelstadt", Kap 12, S. 149 pp. Verlag: SOLARIS Spirituelle Edition, Wien, ISBN 978-3-901975-33-2 )

 

 

Eine Hölle - die Fantasie wird zur "Realität".

 

 

"In einer finsteren Höhle"
(,,Ein Astralerlebnis" von V.K. Wendt, Esotera, 1970, Seite 1002)

Zu seinen Lebzeiten war mein Freund G.D. ein stark medial veranlagter Mensch. Dabei war er sehr zurückhaltend und scheu. Nur selten entschloss er sich, von seinen Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten. Wenn er es aber tat, bat er darum, es erst nach seinem Ableben weiter zu berichten oder zu veröffentlichen. Diesem Wunsche bin ich gern nachgekommen. Nun, da er sich in einer anderen Seins-Sphäre befindet, darf ich erzählen. Hier einer seiner Berichte:"

,,Ich könnte wie im Märchen anfangen: ,Es war einmal', denn dies Erlebnis liegt schon eine Reihe von Jahren zurück. Ich könnte Tag und Stunde genau angeben, aber das erscheint mir unwichtig.

Es war nachts um 1 Uhr. Ich lag hellwach im Bett und dachte wieder einmal über Makrokosmos und Mikrokosmos nach. Wie es im Großen ist, so ist es im Kleinen; wer das richtig erfasst hat, kann viel lernen. Manchem fällt es dabei wie Schuppen von den Augen.

Ich hatte plötzlich das Gefühl, nicht allein zu sein. Es war ein erhebendes Gefühl; mir schien es, als ob heute etwas Besonderes geschehen würde.

Da erblickte ich auch schon am Fußende meines Bettes ein weibliches Wesen in einem weißen Gewande, das mir zulächelte. Es gab mir ein Zeichen, als wollte es sagen: ,Komm es ist soweit!' Ich wurde nun wie ein kleines Kind an der Hand genommen, und schon waren wir unterwegs.

Diesmal ging es nach unten. Es war, als ob ich schwebte oder flog, mit fühlbarem, aber nicht unangenehmen Widerstand. Wie lange diese Fahrt dauerte, lässt sich schlecht beschreiben. Jedenfalls endete diese Fahrt in einer Art Felsenhöhle oder Verlies. Ich wurde da hineingeleitet und dann von meiner Führerin verlassen.

Nun stand ich dort. Um mich herum war es stockfinster, so dass ich nichts sehen konnte. Etwas eigentümlich wird einem doch zumute, selbst wenn man diese Situation gewohnt ist und sich auch nicht fürchtet. Ich dachte: etwas wird sich wohl ereignen.

Mit der Zeit gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit, und ich stellte fest, dass ich von Felsen eingeschlossen war. Da vernahm ich ein Stöhnen. Es waren tierartige Laute, die ich hörte. Im Hintergrund der Höhle erkannte ich allmählich menschliche Wesen, die dort lagen. Sie erschienen mir noch schwärzer als die Dunkelheit um mich her. Diese Wesen gaben Schmerzenslaute von sich, als ob sie unsägliche Qualen litten.

Nun erkannte ich meine Aufgabe: hier sollte ich Hilfe leisten. Ich empfand tiefes Mitleid mit diesen Büßenden. Sie versuchten sich jetzt zu bewegen und krochen auf allen Vieren. Ich bat um Hilfe und betete das Vaterunser. Daraufhin kam es mir vor, als ob die Leidenden etwas ruhiger würden.

Einer war so weit vorgekrochen, dass er vor meinen Füßen lag. Ich sagte ihm, er möge aufstehen. Es gelang ihm auch, doch hielt er beide Arme vors Gesicht. Wer weiß, wie lange diese Wesen schon auf diesem nasskalten Boden gelegen hatten. Ich fragte ihn, warum er so leiden müsse. Auch seinen Namen wollte ich erfahren; dieses hätte ich jedoch nicht tun sollen, denn es war Neugierde von mir, und ich hatte nur meine Pflicht zu erfüllen. Den Namen wollte er mir nicht sagen. Selbst wenn er ihn gesagt hätte, hätte ich nichts damit anfangen können. Er sei Scharfrichter gewesen, erzählt er und nannte auch die Anzahl der Vollstreckungen. Ich weiß heute die Zahl nicht mehr genau. Wer weiß in welchem Jahrhundert das gewesen ist.

Ich erwiderte: wenn er auf der Erde nur seine Pflicht getan hätte, verstünde ich nicht, warum er sich in diesem Zustand befinde, denn es komme wohl nicht so sehr auf die Tat als auf die Beweggründe an.

Er antwortete, dass es das letztere eben wäre. Er hatte mit Wollust sein Amt ausgeübt. Vielleicht war er auch dabei brutal gewesen; jedenfalls drang ich nicht weiter in ihn.

Ich fragte dann, was ich für ihn tun könne. - Mit dieser Frage versagte ich ein zweites mal, denn dieses hätte ich wissen müssen.

Er sagte: 'bete für uns.'

Mir wurde feierlich zumute, und ich sang die erste Strophe des Liedes: ,Ich bete an die Macht der Liebe.!' , Ich war über mich selber erstaunt, was für einen wunderbaren Tenor ich hatte, allerdings nur in diesem Zustande.

Nun kam etwas, was mich völlig überraschte: Um mich herum wurde dieses Lied von Frauen- und Männerstimmen mitgesungen. Es müssen viele gewesen sein, die jedoch für mich unsichtbar waren.

Mich überkam eine so feierliche Rührung, dass mir die Tränen über die Wangen liefen. Als wir das Lied gemeinsam beendet hatten, wurden die Leidenden ganz ruhig. Sie streckten sich aus, und ich nahm an, dass sie in einen tiefen Schlaf gefallen waren. Damit war wohl meine Aufgabe erfüllt. Ob ich die Prüfung bestanden hatte, weiß ich nicht; vielleicht nur zur Hälfte.

Heute weiß ich, dass ich diese Leidenden niemals hätte alleine aufsuchen können. Ich hatte einen Riesenschutz um mich herum. Warum ich diese Aufgabe erhalten hatte? Weil ich wohl auch noch Dunkles an mir hatte. Höhere Wesen können sich nicht mehr so grob materialisieren, dass sie von diesen Dunklen wahrgenommen werden.

An der Seite des Felsens sah ich dann wieder meine Führerin. Hand in Hand ging es wieder zurück. Ich musste meinen physischen Körper wieder beziehen und erwachte dann anschließend. Meine Glieder schmerzten; liegt doch der physische Körper während der Astralwanderung in einem starren, zusammengesunkenen Zustand. Nach meinem Erwachen stellte ich fest, dass ich von 1 - 3 Uhr unterwegs gewesen war."

 

Höllen als Orte der Lust und Aggression

 


 

Die folgende Ebene, die hier als Hölle bezeichnet wird, ist kein Ort der Bestrafung. Es gibt überhaupt keine Bestrafung im Jenseits, außer der Selbstbestrafung (siehe vorheriges Kapitel). Es zieht im Jenseits jeden dort hin, wo er sich je nach seinen Eigenschaften "wohl" fühlt.

Viele Menschen fühlen sich dort hingezogen, wo ihnen die Möglichkeit gegeben wird, all die Wünsche, die sie zeitlebens unterdrücken mussten, auszuleben. Das sind zumeist Ebenen mit ziemlich ausschweifender Lebensweise, mit unterschiedlichen Abstufungen von harmlos bis wüst. Dort findet sich die Möglichkeit, das im Irdischen aufgezwungene Biederleben endlich zu kompensieren. Da aus der "Erfüllung" der Wünsche nicht die erhoffte Zufriedenheit erlangt wird, stellt sich über kurz oder lang Frust ein mit daraus resultierenden Aggressionen. Sobald dies der Fall ist, setzt sich die Wanderung auf eine weniger schöne Art fort. Es geht stärker bergab, Hass und Zorn nehmen zu - eine Autodynamik, die von vielen nicht kontrolliert werden kann.

 

Zurück zu jenem Ort, an dem die Wünsche ausgelebt werden. Besucher aus "höheren" Ebenen mag das Leben dort abstoßend erscheinen, ist doch Denken und Fühlen völlig anders gelagert.

Die meisten dieser Ebenen sind relativ harmlos. In der Literatur und diversen Botschaften werden jedoch gerne die tiefsten Orte geschildert, teils zur Kontrastierung, teils zur Abschreckung. Selbstverständlich kann jemand immer tiefer hinabrutschen. Eine Besonderheit der jenseitigen Welten ist die Tatsache, dass es keinen einschränkenden Rahmen wie in der irdischen Welt gibt (keine Materie, die reagiert, keine Gesetzeshüter, die bestrafen). Jeder kann seine Fantasien voll ausleben und da es kein Feedback und keine Zwänge gibt, kann sich der Mensch dadurch dem Normalen immer mehr entfremden. Die Menschen werden dadurch in manchen Aspekten extremer. Aus diesem Gesichtspunkt her findet sich auch eine der Sinngebungen einer irdischen Inkarnation - durch die im Irdischen herrschenden einschränkenden Grenzen wird die haltlos ins Extreme geglittene Seele wieder in einen kollektiv vertretbaren Rahmen eingeordnet.
 
 

 

 

Aus: Franchezzo, "Ein Wanderer im Lande der Geister", Bietigheim, Württ., Turm Verlag, Seite 65-68, Tl.1, Kap.6, Zwielichtland

Eines Tages kam ich bei meinen Wanderungen durch dieses Land in das Gebiet einer großen Stadt inmitten einer weiten, trostlosen Ebene. Der Boden war schwarz und trocken. Er war am besten mit den Ablagerungen von Asche, Schutt und Schlacken zu vergleichen, die man in der Nähe großer Eisenwerke findet. Ich befand mich gerade zwischen den Trümmern einiger verfallener Hütten, die den Übergang von der unglücklichen Stadt zu jener trostlosen Ebene bildeten, als ich einen großen Lärm und Streit vernahm, der aus einer Hütte zu mir drang. Neugierde trieb mich an, nachzusehen, worum es sich handle und ob nicht etwa ein Schutzbedürftiger hier anzutreffen sei.

Das Gebäude, in welches ich eintrat, glich eher einem Stall als einem Hause. In einem Raume stand ein großer, rohgezimmerter Tisch. Um ihn herum saßen ungefähr ein Dutzend Männer auf kleinen hölzernen Stühlen. Welche Männer! Sie waren fast eine Beleidigung für das menschliche Geschlecht und eher mit Orang-Utans zu vergleichen. Ihre groben, aufgedunsenen, entstellten Gesichtszüge erinnerten in ihrem Ausdruck an die Physiognomie von Schweinen, Wölfen und Raubvögeln.

Es ist mir unmöglich, diese Gesichter, diese missgestalteten Körper und verdrehten Glieder zu beschreiben. In ihren zerschlissenen Gewändern, ihrer Kleidung im irdischen Leben ganz ähnlich, boten sie einen grotesken Anblick. Manche gingen in der Tracht früherer Jahrhunderte einher, andere waren nach neuester Mode gekleidet. Insgesamt aber sahen sie zerlumpt, gemein und schmutzig aus. Ihr Haar war ungekämmt und hing ihnen wirr um den Kopf; ihre Augen erglühten bald im Feuer heftiger Leidenschaft, bald starrten sie in finsterer Verzweiflung oder boshafter Tücke vor sich hin.

Die Geister, welche ich in dem erwähnten Gebäude antraf, waren über einen Beutel voll Geld, der auf dem Tische lag, in Streit geraten. Einer von ihnen hatte das Geld gefunden und es als Einsatz gegeben, damit die ganze Gesellschaft darum spiele. Der Zank schien dadurch entstanden zu sein, dass jeder den Beutel einfach an sich nehmen wollte, ohne irgendwie die Rechte des anderen zu beachten. Die Rechtsfrage war zur Machtfrage geworden, und man bedrohte sich bereits in heftiger Weise. Der Finder des Geldes - oder besser des geistigen Gegenstückes unseres irdischen Geldes - war ein junger Mann von verhältnismäßig gutem Aussehen. Wären nicht die Spuren der Leidenschaften so tief in sein Antlitz eingegraben gewesen, so hätte er in diese verkommene Gesellschaft nicht hineingepasst. Er behauptete, das Geld sei sein Eigentum und wenn er es auch gesetzt habe, damit ehrlich darum gespielt werde, so dulde er doch nicht, dass man es ihm mit Gewalt abnehme.

Meinem Gefühl nach gab es hier nichts für mich zu tun. Nachdem ich diesen wüsten Ort verlassen hatte, hörte ich hinter mir ein lautes Gebrüll von Entrüstungsrufen und Verwahrungen. Kaum war ich ein kurzes Stück Weg gegangen und befand mich gerade bei einem anderen verlassenen Hause, als die ganze wilde Bande streitend und kämpfend aus der Hütte kam, um an den jungen Mann mit der Geldbörse heranzukommen. Sie drängten einander weg, während der Vorderste von ihnen den Ärmsten schlug, mit Füßen trat und ihm den Beutel zu entreißen suchte.

Als dies gelungen war, stürzten sich alle auf ihn, so dass der junge Mensch Fersengeld gab und auf mich zuzulaufen begann. In diesem Augenblick entstand ein gellendes Geschrei. Man schickte sich an, den Fliehenden wieder einzufangen und ihn wegen Betrugs zu züchtigen, da der Beutel statt des Geldes nur Steine enthielt. Es war gleich dem Feengold im Märchen verwandelt worden, jedoch nicht in welke Blätter, sondern in harte Steine.

Der unglückliche junge Mensch hatte sich eben an mich geklammert und mich laut gebeten, ihn vor diesen Teufeln zu schützen, als die ganze Bande in Verfolgung ihres Opfers auf uns losstürmte. Den armen Menschen mit mir reißend, sprang ich mit Blitzesschnelle in das leere Gebäude und zog die Türe hinter mir zu. Um unsere Verfolger auszusperren, stemmte ich den Rücken gegen die Tür. Großer Gott! Wie schrieen, stampften und tobten sie bei ihren Versuchen, durch die Türe einzudringen, und wie spannte ich meinerseits alle Kräfte des Geistes und Körpers an, sie abzuhalten! Damals wusste ich noch nicht, dass unsichtbare Mächte mir beistanden und die Türe zuhielten, bis endlich die Angreifer bemerkten, dass sie dieselbe nicht zu bewegen vermochten. Schließlich zogen die Ruhestörer enttäuscht und ärgerlich ab, um anderswo einen Anlass zu neuem Streit zu suchen.

 

Zu der obigen Geschichte möchte ich noch etwas in Hinblick auf die Festigkeit und Stabilität der Türe aus eigenen Beobachtungen hinzufügen. Es ist ja bemerkenswert, dass eine brüchige Türe von den vielen düsteren Gestalten dort nicht eingetreten werden konnte.

 

Aus: "Die Schicksalsbücher"
Als die beiden Freunde in das Vorfeld der ersten Bretterbuden traten, versperrte ihnen ein verwahrloster, breitschultriger Mann den Weg.

„Sieh mal an, Besuch“, grinste jener breit. „Ihr kommt wohl, um hier etwas Abwechslung zu finden oder uns zu verschaffen“, fügte er hinzu. „Jedenfalls bleibt ihr hier und macht mit oder bereut eure falsche Entscheidung.“

 

Als er merkte, dass er weder mit seiner Erscheinung noch mit seinen Worten den gewünschten Eindruck erweckte, pfiff er sein Gefolge herbei. Sofort erschienen von allen Seiten wenig vertrauensvolle Gestalten und umringten die beiden Freunde. Doch weder Albin noch Antonio hatten Lust sich zu unterwerfen. Der Boss der Gruppe deutete das Zögern richtig und riss eine Latte aus der Baracke, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Er ging auf Antonio zu und holte aus. Doch Antonio wehrte den Schlag mit seiner Hand mühelos ab. Ein kleiner Kampf war nichts, was Antonio beeindruckte, gab es doch in seinem vergangenen Leben mehr als genug davon.

 

Bezüglich Antonio verunsichert, versuchte es jetzt jener Typ bei Albin. Albin seinerseits war auch niemand, der sich gerne einen fremden Willen aufzwingen ließ. Er wehrte genau so ab wie Antonio. Hierbei spürte er, dass sich um seinen Arm, mit dem er die Latte abfing, so etwas wie ein Kraftfeld aufbaute, das den Schlag abbremste, so dass die Latte nicht einmal seinen Arm zu berühren vermochte. Noch einmal versuchte es der Bandenführer und er holte noch weiter aus. Jedoch die Latte glitt neben Albin vorbei. Albin war kaum ein wenig zur Seite getreten, hatte nichts weiter getan. Allein die innere Zuversicht und Bereitschaft wirkte als wäre ein unsichtbarer Schutzkäfig um ihn. Es war schwer zu sagen, wen dies mehr erstaunte, Albin oder den Bandenchef. Der Kerl versuchte es noch einige Male, schlug immer wilder und schneller zu, doch vergeblich.

 

Hämisch grinsend verfolgten die Bandenmitglieder das Geschehen. Es hatte den Anschein, als ob sie dem Boss wohl gehorchten, aber diesen keineswegs liebten und ihnen dessen Niederlage Freude machte. ...
 

Der Bandenboss war für Albin schon längst uninteressant geworden, aber jenes eigentümliche Kraftfeld, das er bei den Attacken erspürt hatte, beschäftigte Albin. Er grübelte nach und endlich sprach er es Antonio gegenüber aus. Dieser gestand, dass er die gleiche Erfahrung gemacht hatte und es auch ihm unverständlich wäre. Sie besprachen die verschiedensten Erklärungen, aber nichts von dem schien ihnen logisch zu sein. Letztendlich entschieden sie sich, es auszuprobieren.

Sie blieben stehen. Albin riss einem Strauch einen Ast ab und mit diesem schlug er leicht auf Antonios Schulter. Der Ast rutschte drei Handbreiten vor der Schulter Antonios ab. Albin versuchte es noch zwei mal in schaler Absicht und schlug beim dritten Mal heftiger zu. Nunmehr kam der Ast näher an Antonios Schulter heran, ehe er abglitt. Es war fast nur noch eine halbe Handbreite Abstand. Auch dies war eine neue Erkenntnis. Es hing offenbar mit der Willenskraft zusammen. Nicht Objekte und Körper waren es, die aufeinander prallten, sondern Wille gegen Wille.
Als Antonio auf Albin zuschlug, bestätigte sich dies.
Aus: Alfred Ballabene, "Die Schicksalsbücher", Verlag: SOLARIS Spirituelle Edition, Wien, ISBN 3-901 975-32-2

 

 

Bild aus: "Die Tempelstadt" von A. Ballabene

 

Anscheinend sind die Ebenen weniger homogen als es auf den ersten Blick zu sein scheint. Es gibt in ihnen Einschlüsse von Örtlichkeiten mit höherer oder tieferer Schwingung. Hier ein Beispiel aus einer eigenen Erfahrung.

 

"Kirche mit gestürzten Figuren" (eigenes Erlebnis)
Ich fand mich auf einer unauffälligen Stadtstraße, als ich ein klares Bewusstsein erlangte. Alles um mich war wie ausgestorben. Etwas ratlos schritt ich die Straße entlang und dachte nach, ob ich mich in einem bewussten Traum oder in einer Astralwelt befände, als ich die Rückseite einer Kirche erblickte. Es war eine hohe, schmucklose Steinwand aus großen, grauen Quadern. Diese fensterlose Rückseite der Kirche trug etwas an Verheimlichung in sich, so empfand ich es. Damit war auch meine Neugierde geweckt und ich ging näher heran.

Beim Näherkommen erblickte ich zwei unauffällige, geschlossene Holztüren, von denen ich eine durchschritt. Sie öffnete sich in einen Vorraum, von dem aus einige Stufen in den Keller führten und einige Stufen empor zur Kirchenhalle. Ich schritt letztere Stufen empor und befand mich zu meinem Erstaunen in einem domartigen Kirchengewölbe, anscheinend ohne Dach und im Tageslicht. In der Mitte war ein Schuttberg, den ich erkletterte. Hierbei gewahrte ich, dass ein Großteil der Steine aus gestürzten Figuren von buntem Marmor bestand. Gerade wollte ich diese Figuren genauer untersuchen, als ich durch das Tor der Vorhalle zwei riesige Vogelbeine erblickte. Der Rest war von meinem Blickpunkt aus nicht zu erkennen. Doch ich erahnte, dass es sich um eine menschenähnliche Gestalt von ca. 3 bis 4 Meter Größe handeln musste. Mein empathischer Sinn sagte mir auch, dass diese Gestalt einen stählernen Panzer trug. Die Ausstrahlung dieses Wesens war erdrückend und machtvoll und nahm an Intensität schnell zu. Meine Anwesenheit wurde anscheinend bemerkt. Ich sah mich durch diese machtvolle Ausstrahlung von Hass in höchster Gefahr und suchte schleunigst das Weite. Ich durchquerte zwei Seitenhallen und gewahrte zu meinem großen Glück eine eingestürzte Wandstelle, durch die ich ins Freie springen konnte.

 

 

Siehe: Alfred Ballabene, "Die Schicksalsbücher", Verlag: SOLARIS Spirituelle Edition, Wien, ISBN 3-901 975-32-2

 

"Die Helias-Höhle"
,,Die andere Welt", 1965/II, 16. Jg., Nr. 10, Seite 939-940

Die Vorgeschichte: Eines Abends las ich in einer Zeitschrift unter "Rat in menschlicher Bedrängnis" die Bitte einer hilfesuchenden jungen Frau. Sie klagte, dass Hassgedanken an ihre kürzlich verstorbene Mutter sie Tag und Nacht verfolgten. Sie schilderte ihre freudlose und vor allem lieblose Jugend voller Ungerechtigkeiten und Aufregungen, verursacht durch ihre herzlose Mutter, die auch an ihrer unglücklichen Ehe und überhaupt ihrem verpfuschten Leben schuld sei. Der unbezähmbare Hass übers Grab hinaus mache sie seelisch und körperlich krank. "Wer kann mir helfen?" fragte sie.

Mit der Absicht, ihr am nächsten Morgen zu schreiben, schlief ich ein. In der Nacht stand plötzlich die lichte Gestalt meines Schutzgeistes und Lehrers vor mir, der freundlich einladend zu mir sagte: ,,Komm mit!"

Ich verließ meine Körperhülle, und neben meinem Führergeist schwebte ich über eine kahle graugrüne Ebene, die wie von umnebeltem Mondlicht dämmrig beleuchtet war. Durch diese bedrückende Öde eilten wir einem hohen Gebirge oder Felsmassiv entgegen und landeten dort vor einer in die Tiefe führenden Öffnung. Mein Geistführer bedeutete mir gütig: ,,Steig dort hinab, du bist beschützt'."

Mich in seiner starken Obhut fühlend und bereits gewöhnt, geistige Dinge zu erleben, ließ ich mich durch den Felsspalt abwärts gleiten; wie mir schien, ging es in bodenlose Tiefen. Dann fühlte ich doch Halt unter den Füßen und befand mich in einer fast finsteren Höhle. Am Boden sah ich zerlumpte Kleiderbündel liegen; bei näherem Hinschauen erkannte ich jedoch, dass sie sich bewegten.

Da kam ein in Lumpen gehülltes, mageres altes Weib auf mich zugekrochen. Die Gedankenverbindung lag nahe, dies könne wohl die böse Mutter der unglücklichen jungen Frau sein. Der Anblick dieses armseligen Weibes erfüllte mich mit großem Mitleid, und als sie sich an mich herandrängte, richtete ich sie auf in dem Glauben, mein Besuch in der Unterwelt stehe im Zusammenhang mit dieser armen Seele.

In Unkenntnis der Gesetze nahm ich das Weib in meinen linken Arm und sagte ihr, dass ich ihr helfen wolle. In einem Liebesimpuls versuchte ich nun, mit dem rechten Arm in weitem Bogen einen magischen Lichtkreis um uns zu ziehen, mehrmals inbrünstig den heiligen Namen unseres Erlösers rufend, der Gewalt hat im Himmel und auf Erden... Aber, 0 Schrecken! - Kein Laut kam über meine Lippen, so sehr ich auch in äußerster Anspannung versuchte, das Lichtwort zu sprechen. Plötzlich erkannte ich, dass an dieser Stätte der Finsternis und Gottesferne alles ,,schalldicht" ist und ewiges Schweigen herrscht.

Die Unselige entglitt meinem Arm und fiel zu Boden, wo sie regungslos liegen blieb.

Nun sah ich mich weiter um in diesem schaurigen Verließ. Jetzt nahte, schemenhaft aus der Dunkelheit auftauchend, eine kleine gnomenhafte Gestalt. Sie trug ein großes achteckiges beleuchtetes Schild vor sich her, auf dem wie im Kino bunte Filmszenen abliefen. Damit näherte sich die Gestalt langsam der Frau. Voll Entsetzen fuhr diese auf mit in wilder Abwehr erhobenen Armen. ,Nein, nein, ich will nichts sehen!" Es war ein verzweifeltes Sich auflehnen, bis sie erschöpft auf den Boden zurücksank. Mir war klar, dass es sich um Widerspiegelungen der Taten ihres schuldbeladenen Erdenlebens handeln musste; denn alle Gedanken, Worte und Werke sind in Ursache und Wirkung im ,,Lebensbuch" jedes einzelnen aufgezeichnet. Ich erkannte auch, dass hier nur die ,,Stimme des Gewissens" sprechen durfte. Die verstockten Herzen werden so lange gemahnt, bis sie ihre Verfehlungen eingesehen und bereut haben. Erst dann ist auch für sie der Läuterungsweg offen, der sie in die ewige Heimat zurückführt.

Bald kam wieder Leben in das beklagenswerte Wesen. Vorsichtig kriechend strebte sie fort. Ihren Blicken folgend, bemerkte ich einen schmalen Felsenspalt. Die Gedanken der Frau waren mir offenbar; sie beabsichtigte, durch diese Öffnung hinabzuspringen; wie sie glaubte, ins "Nichts", nur hier heraus aus dieser grauenvollen Finsternis und den immer wiederkehrenden Anklagen. Noch andere abstoßende Gestalten folgten ihr spähend und kriechend in der gleichen Absicht.

Nun sah ich etwas abseits zwei vor Felsspalten stehende größere Geistwesen. Sie schauten wie gebannt hinaus auf eine ferne, sonnenbeleuchtete Frühlingswiese. Intuitiv erkannte ich darin eine Spiegelung, die den beiden etwas fortgeschrittenen "Wächter"-Seelen ein Rückerinnern an lichte Erdentage vermitteln sollte, um auf diese Weise in ihrem verdunkelten Geist die Sehnsucht nach Licht zu wecken. Ich war erschüttert, dass an diesem Ort der Verbannung und Verzweiflung doch eine langsame Weiterentwicklung möglich ist, denn die unendliche Liebe des himmlischen Vaters lässt keines seiner verirrten und schuldbeladenen Kinder für alle Ewigkeit verloren, sondern lässt jedem einen Rückweg und die Heimkehr ins Vaterhaus offen, sei es auch nach einem langen Läuterungsprozess in unvorstellbaren Zeiträumen...

Inzwischen hatten die beiden "Wächter" die Fluchtversuche bemerkt. Sie wandten sich um und drängten mit ausgebreiteten Armen alle in die Höhle zurück.

Mein Verweilen in der Tiefe schien beendet, und ich strebte hinaus. Das am Boden kauernde Weib erkannte mein Vorhaben. Sie kroch mit giftig funkelnden Augen auf mich zu, hängte sich an mich und schrie: "Du Falsche, was hast du versprochen?" Und schon kamen andere elende Wesen geschlichen und umdrängten mich. Da verließ mich meine vertrauensvolle Sicherheit und ich rief inständig um Hilfe.

Ein breiter Lichtstrahl von oben umfasste mich. Erfreut dachte ich: ,,Hilfe ist da - aber wie komme ich hier heraus?" Doch schon pendelte ein armdickes Seil vor meinen Augen. Ich hielt mich daran fest, und beim Verlassen dieser unseligen Stätte wurde mir die Antwort auf meine Frage: "Helias-Höhle!" (von Hel).

Oben empfing mich lächelnd mein geistiger Führer und erklärte mir, jenes gedanklich gespiegelte Seil wäre unnötig gewesen, wenn sich mein Bewusstsein allein auf den Lichtstrahl konzentriert hätte.

Von meinem Führer zurückgebracht, erwachte ich in einem unerklärlichen Zustand: meine untere Körperhälfte war bis zum Herzen eiskalt, vom Herzen aufwärts alles brennend heiß. Nicht wenig erschrocken, versuchte ich, dieses schmerzliche Missverhältnis mit Beten, Atemübungen und Massagen zu beseitigen. Nach längerer Zeit erst wurde mir begreiflich gemacht, dass dieser disharmonische Zustand der gleiche sei, wie ihn die Unseligen in der "Helias-Höhle" empfinden und der mir bewusst bleiben sollte.

Nachdem sich meine Körperfunktionen wieder normalisiert hatten, überdachte ich lange dieses ungewöhnliche Erlebnis und schrieb es nieder. Vielleicht kann mein Bericht auch manchem anderen Leser zum Nachdenken anregen.

 

 

 

Dämmerungsebenen, Nebelwelten

 


 

Bild aus "Carols Lichterweg" von Ballabene

Nebelwelten

Robert James Lees berichtet über eine Nebelwelt als Übergangssphäre in seinen Büchern "Reise in die Unsterblichkeit", Bd. 1, 2 und 3, Drei Eichen Verlag, München-Passing, 1962. Die Bücher sind teilweise schon veraltet, aber dennoch schön zu lesen.

Ich selbst habe ebenfalls schon Nebelwelten betreten. Ob das, was ich sah, ein Schwellenbereich war, wie Robert James Lees behauptet, weiß ich nicht. Ich hatte eher nicht den Eindruck.

 

Dämmerungsebene

Das sind Daseinsbereiche von düsterem Zwielicht bis zu einer hellen Dämmerung oder der Helligkeit eines wolkenverhangenen Wintertages.

 

Nicht alle, die in diesen düsteren, ungastlichen Ebenen irren, sind vom Egoismus in ihrem irdischen Leben geprägt. Was aber alle anscheinend gemeinsam kennzeichnet, ist, dass sie durch Probleme oder Schuldgefühle belastet sind. Sie sehen keinen Ausweg. Schön sind weder die inneren Zustände noch das nach außen gekehrte Ambiente, die Ebene. Aus diesem ersten Eindruck heraus jedoch zu glauben, dass dies Straf-Orte wären, ist falsch. Manche fühlen sich in gewisser Weise dort sogar wohl, weil sie dort bislang sozial verbotene Wünsche ausleben können. Diese Ebenen können also auch Orte der Ausgelassenheit und des ausschweifenden Lebens sein. Das Ausleben versagter Wünsche, wirkt auf jene Seelen wie eine Therapie, die sie von den Fesseln des Verbotenen löst und sie dadurch zu freien Seelen macht. Sobald die Wünsche ausgelebt sind, steigen die dortigen jenseitigen auf, oft mit einem nunmehr tieferem Verständnis für die Probleme anderer Menschen. Es ist ja leider so, dass man oft nur das versteht, was man selbst erlebt hat.

 

Franchezzo, "Ein Wanderer im Lande der Geister", Bietigheim, Württ., Turm Verlag, Seite 64-65, Tl. 1, Kap. 6, Zwielichtland.

Die Behausungen und Wohnstätten dieses dunklen Landes des Elends lagen über weite Flächen zerstreut. Alle aber boten einen schrecklichen Anblick von Unreinlichkeit, Schmutz und Verfall. Sie glichen den Gebäuden in einigen Diebesvierteln unserer Großstädte, wo einstmals prächtige, mit Reichtum und Luxus ausgestattete Paläste nun zu Zufluchtsorten des schlimmsten Lasters und Verbrechens geworden sind. Hier und da stieß ich auf weite, verlassene Landstriche, die nur wenige zerstreute Häuser, besser gesagt elende Hütten aufwiesen. In anderen Gegenden gab es Häuserkomplexe ähnlich den Großstädten der Erde, in denen die Einwohner dicht zusammengedrängt hausten und einen düsteren, unerfreulichen Anblick darboten. Überall konnte man Schmutz, Unrat und Elend bemerken: ein wahrhaft trostloser Zustand, der durch die geistigen Ausströmungen der lasterhaften Bewohner dieser Gegend verursacht wurde. Nicht eine Spur von etwas Reinem, Schönem oder Anmutigem war hier zu entdecken, auf dem das Auge gerne hätte verweilen mögen.

 

Unter diesen Unglücklichen wanderte ich mit meinem kleinen Sternenlicht umher. Es war so winzig, dass es einem leuchtenden Pünktchen glich, das in der Dunkelheit aufblitzte und sich bewegte. Doch um mich her verbreitete es eine sanfte, milde Helle und bildete einen Hoffnungsstern für alle, die nicht infolge ihrer Selbstsucht und ihrer Leidenschaften zu verblendet waren, um es wahrzunehmen.

Ab und zu fand ich solche Unglückliche an irgend eine Wand gelehnt oder in der Ecke eines armseligen Zimmers kauernd. Besaßen sie genügend Kraft, sich aufzurichten und auf meine Worte zu hören, dann begannen sie den Weg zum Guten zu suchen und auf diesem Wege zu den höheren Sphären, aus denen sie durch Sünden gefallen waren, zurückzukehren. Einige konnte ich dazu bewegen, mir bei meinen Bemühungen, anderen zu helfen, beizustehen. In der Regel jedoch waren diese Ärmsten nur imstande, an ihr eigenes Elend zu denken und sich nach Höherem als ihrem gegenwärtigen Zustande zu sehnen. So gering dies auf den ersten Blick erscheinen mag, war es dennoch der erste Schritt nach vorwärts, dem dann der zweite - nämlich der Gedanke, wie man anderen helfen könne - ebenso sicher folgen könnte.

 

 

Labyrinthe

 

Bild aus "Lilith", ebook von A. Ballabene

 

Für diesen Ebenen-Bereiche sind dämmrige Labyrinthe (meist verzweigte Kellergänge) typisch und der Ausdruck einer inneren Weglosigkeit. Es sind dies oft verzweigte Kellergänge mit Höhlen oder finsteren Nischen, Kammern oder auch manchmal Hallen, in denen es wieder heller ist und sich viele einfinden. Manchmal sieht man am Boden sitzend und an die Wände gelehnt kraftlose Gestalten. Sie befinden sich oft in einem Zustand teilnahmslosen Dösens, was ihr Befinden abmildert, andererseits sie auch jeglicher Initiative beraubt einen Ausweg zu suchen.

 

"Dahindämmernde Seelen"  (eigenes Erlebnis)
Ich gelangte in eine geräumige Felsenhöhle. In der Düsternis lagen oder saßen lethargisch ca. 10 Gestalten im Staub, teilweise in Decken eingehüllt. Irgendwo lauerte Gefahr, jedoch nicht von den armen Gestalten, das fühlte ich. Um die Art der Gefahr zu erkennen, mischte ich mich unter die dortigen und versuchte mich ebenfalls in ein Tuch zu hüllen, was gleichzeitig eine Möglichkeit war meine andersartige Erscheinung zu verbergen (ich war ja ein Besucher - Astralwanderer - fühlte anders und sah auch entsprechend anders aus). Mein Tuch war zwar (unbeabsichtigt) von einem matten Weiß mit dunkelblauen Blumen und somit doch nicht konform mit den grauen Decken der Anderen, aber vom Weiten konnte man das sicherlich nicht erkennen.

Still saß ich nun und wartete einige Zeit. Mittlerweile versuchte ich Kontakt mit den armen Seelengefährten zu knüpfen. Ich sprach ihnen zu und der eine und der andere erwachte aus seiner Regungslosigkeit und blickte mich an. Allmählich wurden alle mehr und mehr von Leben erfüllt. In diesem Augenblick kam aus dem Gang eine Gestalt von gedrungenem Zwergwuchs. Er erfasste eine der nach wie vor passiven Gestalten und schleppte sie einige der Felsenstufen zu einer etwas höher gelegenen kleinen Halle empor. Dem Gefühl nach hatte er nichts Gutes vor. Allerdings kam er nicht dazu, denn ich griff in die Handlung ein und schlug das Wesen in die Flucht. (Hier entscheidet in erster Linie die innere Kraft, welche für den Gegenüber fühlbar ist.)

Das Schauspiel des Kampfes und die Erkenntnis der Gefahr belebte nun meine Seelengefährten vollends und so folgten sie meinem Aufruf die Höhle zu verlassen. Die kleine Gruppe machte sich auf den Weg und ich wurde in meinen physischen Körper zurückgerufen.

 

 

 

"Der finstere Winkel in der Markthalle" (eigenes Erlebnis)
In einem Schwebeschritt, wobei ich mit den Zehenspitzen nur leicht den Boden berührte und hierbei halb fliegend Riesenschritte machte, eilte ich die Straße entlang, in Richtung Stadtmitte. Knapp vor der Markthalle gesellte sich ein etwa achtjähriger Knabe als Begleiter zu mir. Wir hielten uns an der Hand und beteten gemeinsam ein Japam (sich wiederholendes Kraftwort). Dieses ging sehr gut, es wurde mir ganz heiß ums Herz. Immer stärker wurde mir bewusst, dass es sich nicht um den mir bekannten Ort handelte, dem die Umgebung glich (ich wurde dadurch luzider, wenn man so sagen will), und so beschloss ich die Umgebung näher in Augenschein zu nehmen und bog ab, um die Markthalle zu besichtigen.

Die Markthalle war sicherlich auch hier ein zentraler Ort, an dem sich viele Menschen trafen und es etwas zu sehen gab, so dachte ich. In dieser Absicht ging ich hinein. Zu meiner Überraschung war die Markthalle fast leer. Einige Leute standen drinnen herum und im Halbschatten sah man einiges Gerümpel. Es war etwas dämmrig und bei weitem nicht so einladend wie die Straße draußen. Als ich etwas weiter hinein ging, wurde es immer finsterer und zuletzt stockdunkel. Ich durchschritt einige Meter die Dunkelheit und blieb dann stehen. "In einer so finsteren Ecke gibt es sicher auch einen Abstieg in tiefe Sphären", dachte ich. So blickte ich angespannt in die Finsternis. Es war nichts zu sehen, alles war Schwärze. Ich versuchte mit meinem empathischen Tastempfinden, eine Fähigkeit, die ich bei solchen Wanderungen immer habe, die Umgebung zu sondieren. Und tatsächlich, gleich vor mir, öffnete sich als Loch im Boden eine tiefe Kelleretage und Gefahr lauerte mir entgegen. Die Kelleretage schien ohne Begrenzung und weitete sich zu einer ganzen Ebene. Ich versuchte Stufen zu erspüren, aber es waren keine vorhanden; der Eingang war ein senkrechter Schacht, ein riesiges Loch im Fußboden, verborgen in der absoluten Schwärze dieses Winkels der Halle.

Nachdenklich wandte ich mich wieder dem helleren Teil der Halle zu."

 

 

 

"Die Höhle zum Dämmerschlaf" (eigenes Erlebnis)
.....Wir traten aus dem Tor und gelangten in eine Ebene, die uns in ihrer Tageshelle besseres verkündete, als es die soeben verlassene Sphäre zu bieten hatte. Die Umgebung vorsichtig bemessend ging ich mit meinem Begleiter eine breite Straße entlang und wir waren gerade dabei an einem betont breiten Hauseingang vorbeizuziehen, als dieser meine Aufmerksamkeit erregte und ich meinen Begleiter anzuhalten bat. Nicht weit vom Eingang führten 5 - 6 Stufen in ein tiefer gelegenes Stiegenhaus.

Mein Begleiter ging die Stufen hinunter. Ich sah ihm nach und wartete ab. Die Treppen führten zu einem höhlenartigen Kellergang. Hier war es dämmerig und Schatten von dem Aussehen Ratten großer Blutegel (theosophisch: Elementaris) huschten umher. Mein Begleiter schien diese nicht wahrzunehmen, denn sein Bewusstsein erfuhr in der Dämmerung eine zunehmende Trübung. Er wurde ziemlich willenlos und matt. Anscheinend erfasste ihn immer mehr der Wunsch sich in einen verlassenen und ungestörten Winkel auszuruhen, denn er strebte einer höhlenartigen Felsennische zu. Sie war von der Größe eines kleinen Zimmers, etwas staubig und uneben und orange-rötlich schwach beleuchtet. Dort ließ sich mein Begleiter fallen. Das Licht verblasste allmählich und jene Schattenwesen strömten herbei.

Das sah nicht gut aus, und ich rief nach meinem Begleiter und riet ihm nach oben zu kommen. In schwachen Gedankenimpulsen vernahm ich, dass er dazu nicht in der Lage sei und dass er sich zu schwach fühle, um sich zu erheben. Dennoch versuchte er mühselig herauszukriechen. Der Kellereingang jedoch hatte sich für ihn verändert. Statt der Stufen führte ein senkrechter Schacht nach oben, dessen Rand er gerade noch mühsam mit den Händen erreichen konnte. Er versuchte sich emporzuziehen, war aber zu kraftlos dazu. Er sah verschmutzt und elend aus und das in solch kurzer Zeit. Ich fasste seine Hände und zog ihn herauf. Dann trug ich ihn ins Freie. Behutsam bettete ich ihn auf einen sonnenbeschienen Platz an der Hausmauer. Innerhalb kurzer Zeit war mein Begleiter wieder hergestellt. Erstaunt betrachtete er seinen regenerierten Körper. "Das ist durch die Wirkung der Sonne", sagte ich ihm. Doch der Begleiter verstand mich nicht. Vielleicht hatte er die "Sonne", die Quelle der Kraft, nicht gesehen, so wie ich, aber das bedachte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Die jenseitigen Gesetze sind bisweilen schwer zu verstehen. Speziell kalkuliert man aus irdischer Gewohnheit nicht, dass manches unterschiedlich wahrgenommen wird.

 

 

 

Erdnahe Ebenen

 

Es gibt vielfältige Ebenen, die in ihrem Wesen sehr der irdischen Welt gleichen und weder "dunkel" noch "hell" sind. Es sind dies geeignete Orte um Wünsche auszuleben. Ein unerfüllter Wunsch ist ein Ballast, der den Menschen am Weiterkommen hindert. Auch bezüglich tieferer Ebenen wurde schon hingewiesen, dass sich dort die Möglichkeit bot Wünsche auszuleben. Auch bei Wünschen gibt es eine Skala von sehr unsozial bis zu harmlos. Zu den harmlosen Wünschen zählt bei vielen das Bedürfnis den körperlichen Drang nach sexuellem Ausleben erfüllen zu können. Dieser Drang ist zwar im Jenseits nicht mehr vorhanden, jedoch sehr wohl der Wunsch, der sich im Laufe des Lebens gefestigt hatte, endlich die sozialen oder ehelichen Fesseln ablegen zu können, um den psychischen Bedürfnissen gerecht zu werden..

Es ist eine große Hilfe, wenn man Wünsche auf die wohl harmlosere Weise im Jenseits ableben kann und nicht eigens deshalb neu inkarnieren muss.

 

Weitere Wünsche dieser Art sind das Bedürfnis endlich über unbeschränkte Freizeit zu verfügen und keinem Arbeitszwang mehr zu unterliegen. Diese Jenseitigen genießen es durch die Gegend zu flanieren, auf einer Bank zu sitzen und sich mit anderen zu unterhalten.

 

 

Ein häufiger Aspekt erdnaher Ebenen ist des weiteren noch interessant erwähnt zu werden. Viele Menschen glauben nicht an ein Weiterleben nach dem irdischen Tod. Alles, was Religionen oder neu orientierte Schriften wie diese hier darüber aussagen, erscheint vielen als unbewiesen und spekulativ. Es ist ein Verhalten, das ein jeder einsichtige Mensch als durchaus gerechtfertigt sehen muss. Nun, jedenfalls wenn jene Menschen feststellen, dass sie doch nach dem irdischen Tod weiter leben, sind sie meist angenehm überrascht und vor allem wollen sie die mangelnde Information durch neu entstehenden Wissensdrang ausgleichen. "Wissende" gibt es auf den erdnahen Ebenen genug - "Wissende", die sich in ihrer religiösen oder transzendenten Auffassung bestätigt sehen und vermeinen, den bislang Uninformierten viel voraus zu haben - was leider meist nicht stimmt. Echtes Wissen fußt nicht auf intellektueller Spekulation, sondern auf Erfahrung - und Erfahrung über höhere Ebenen oder kosmische Dimensionen hat jemand auf den erdnahen Ebenen kaum einer.

 

Aus: "Die Tempelstadt", von A. Ballabene

Als sie einen Föhrenwald durchquert hatten, standen sie unvermittelt vor der Stadt. Zwischen den Häusern sah man zahlreiche Kirchtürme aufragen. Wie eine Krone erhob sich zudem aus ihr ein Felsenkamm mit phantastischen Prachtbauten. Das Panorama war wunderschön. Sie blieben wie gebannt stehen und genossen den Anblick.

 

Bald durchquerten sie die ersten Gässchen. Eigentlich hätten sie die schönen Häuser und Gärten genießen müssen. Stattdessen aber drängten sie voll Ungeduld zum Hügel im Zentrum. Sie durcheilten etliche Gassen. Es war kein flachgebügeltes Gelände, wie es so oft in monoton konstruierten Städten vorzufinden ist. Nein, es war ein belebendes Auf und Ab, kurvige Straßen, die nach ihren Biegungen unerwartete Schönheiten präsentierten. 

 

Da, endlich erreichten sie das Zentrum und standen vor einem ca. 50 Meter hohen Felsenkamm. An manchen Stellen war kahler nackter Fels, an anderen Stellen war er abgerundet und lieblich von Föhren und Rasen bekleidet. Bisweilen schlängelten sich Stiegen und manchmal blumenumsäumte Wege hinauf. Manche Kirche, die unter anderen Umständen einen nur durchschnittlichen Eindruck gemacht hätte, wurde, auf diesem Felsen thronend, imposant und beeindruckend. Der Felsenkamm, einmal höher und einmal weniger hoch und zusätzlich noch von Schluchten oder sanft verlaufenden Einschnitten aufgegliedert, gab jedem Bauwerk einen individuellen Platz, hob es in seiner Einmaligkeit hervor.

 

Die drei Freunde kletterten einen steilen, von Stufen unterbrochenen Kiesweg empor. Er führte sie zu einem herrlichen Kuppelbau. Er war aus weißem Marmor, mit einer zentralen Kuppel. Davon abgesetzt in vielen Rundungen und Nischen, kleinere Zubauten mit weniger hohen Kuppeln. Im Inneren der Kirche mochten sie  möglicherweise Seitenaltäre bilden. Die strahlend helle Außenfassade der Kirche war reichlich verziert mit steinernen Ornamenten. Kupferne Girlanden, die sich durch ihr Dunkel wunderschön abhoben, färbten durch ihre Patina Teile des Gesteins grün, und hoben so manche Stelle auf ihre Art hervor.

 

Der Weg mündete oben in ebenes Gelände, das einige Meter breit das Bauwerk umsäumte. Die Fläche mochte für Prozessionen gut geeignet sein. Immer wieder war der weiße Kies von flachen, abgeschliffenen Felsplatten durchzogen, zwischen denen manch grünes Pflänzchen dem Stein trotzte.

 

An der Wand eines kleinen Nebengebäudes vor der Kirche, offenbar ein Karner, fanden sie eine Tafel. Es war der Grabstein des Baumeisters. Sie blieben stehen und lasen die Inschrift:

 

 

Aus Stein erhebt sich mein Gebet

empor in Säulen und Bögen.

Wohlklang der Maße,

Schönheit des Herzens,

ewig Dir zugewendet.

 

Nach dem sie diese Zeilen gelesen hatten erfasste sie Ehrfurcht. War die Kirche zuvor in ihren Augen ein wunderschönes Bauwerk, dessen Ästhetik sie bewunderten, so war sie jetzt mehr. Sie atmete die Inbrunst und Frömmigkeit ihres Erbauers und schien gleichsam dadurch zum Leben erwacht.

 

Nach wenigen Schritten standen sie vor einem kupfernen, mit grüner Patina überzogenen Nebentor. Seine verzierten Flügel waren weit geöffnet. Fast zierlich wirkte ein dahinter sichtbares großes Tor aus Holz. Es war durchbrochen von vielen Rosetten und um diese rankten sich vergoldete Figuren.

 

Aus der Kirche tönte Gesang, von Orgelmusik begleitet. Die drei Freunde traten ein und setzten sich etwas abseits auf eine Bank. Die Musik war sehr schön. Alle Gläubigen sangen begeistert mit, nirgendwo sah man die schlaffen Gesichter von Kirchgängern, die aus gesellschaftlichem Zwang eine Kirche betreten. Sogar Emanuel und Johann, die zu irdischen Lebzeiten bei weitem kein frommes Leben geführt hatten, fühlten sich wohl und in gehobene Stimmung versetzt. Es war, wie sie alle feststellten, eine mitreißende Frömmigkeit. Sie erhob, stärkte und glich geistiger Nahrung.

 

Dann folgte die Predigt. Sie wurde mit großer Begeisterung vorgetragen, war jedoch naiv und lehnte sich sehr an kaum verstandene Dogmen an.

 

Johann beugte sich zu seinen zwei Freunden und wisperte: „Wenn jener Mönch aus dem Asyl eine ähnliche Predigt gehört hatte, kann ich mir vorstellen, weshalb er wieder zum Sanatorium umkehrt ist. Der Orden konnte seinem Leben einen Sinn verleihen.“

 

Der Prediger hielt kurz inne und sah die drei strafend an. Auch etliche Kirchgänger drehten sich um und blickten zu den drei Freunden. Diese erhoben sich und verließen das Gebäude.

 

Sie hatten ein anderes Tor als Ausgang genommen. Draußen betraten sie einen kleinen Platz.

Sie setzten sich nieder, an die Kirchenmauer gelehnt. Sie hatten das Bedürfnis, die widersprüchlichen Erfahrungen zu besprechen.

„Wie ist es möglich, dass die Erhabenheit des Gebäudes nicht in Einklang mit dem Niveau der Predigt steht? Du hast uns einmal erklärt, Elbrich, und oft konnten wir dies auch nachprüfen, dass die Menschen mit ihrer Aura das von ihnen bewohnte Gebäude prägen. In diesem Fall scheint dies nicht zu gelten.“

 

Elbrich, ebenfalls nachdenklich, versuchte eine Erklärung wobei nicht zu erkennen war ob er zu sich selber oder zu seinen Freunden sprach. „Eigentlich waren Kirchgänger und Prediger von tiefer Religiosität und Gottesliebe geprägt. Das sind großartige Eigenschaften. Aus dieser Warte haben sie schöne und reine Seelen, also passt dies zum Gebäude. Sie haben uns in der Gefühlstiefe manches voraus. Es schien auch, als wäre die Gedankenkraft und Religiosität des Baumeisters dominant geblieben, so dass das Gebäude nicht so leicht umgeprägt werden kann.

 

„Ja, aus dieser Warte habe ich es gar nicht gesehen“. Jetzt war es Johann, der wieder sprach. „Vielleicht war ich noch zu sehr durch die Schilderung des Mönches voreingenommen. Der Mönch beschrieb mir die Tempelstadt als ein Forum unterschiedlichster religiöser Dogmen und neu erfundener Spekulationen. Ihn erinnerte dies alles an den Turmbau zu Babel, nur dass in diesem Fall nicht Sprachen sondern religiöse Ansichten zur Verwirrung führen. Aber vielleicht sind die vielen religiösen Spielarten die extreme Reaktion auf die Erkenntnis, dass es ein Leben im Jenseits gibt. Es erweckt Interesse und ein Suchen nach Ordnung und Regeln in dieser neuen Welt. Aber welche Ordnung und welche Regeln sollten sein? Viele der alten Postulate vertrauter Religionen stimmen nicht mehr. Dadurch verlieren die Menschen hier an Halt und beginnen zu spekulieren. So greifen sie auf unterschiedliche Aussagen diverser Religionen und privat-philosophische Spekulationen zurück.

 

Nachdenklich erhoben sich die Freunde. Sie blickten sich um und sahen seitlich von der Kirche eine breite Straße, die am Kamm des Hügels entlang zu laufen schien. Schon hatten sie die Straße betreten. Es war gleichsam die Hauptstraße dieses zentralen Tempelbezirkes. Sie war wunderschön, geziert durch prächtige Vorderfronten verschiedenster Sakralbauten, unterbrochen durch kleine Plätze. Immer wieder sah man größere und kleinere Gruppen, die sich um einen Prediger scharten. Obwohl stark bevölkert, hörte man zwar Gemurmel und Gespräche aber kein Geschrei. Ein großer Kontrast zu den Städten der unteren Dämmerwelten. Hier war den Menschen eine freudige Aufbruchstimmung und Zufriedenheit anzusehen.

 

 

Kirchen und sakrale Bauten standen dicht an dicht - ein herrlicher Anblick

 

Einige Schritte weiter kamen sie zu einem Tempelbau im neugriechischen Stil. Auf der Fassade waren verschiedene, für die drei Freunde unbekannte Symbole. In der Mitte war ein Dreieck mit jeweils einer Säule links und rechts im Halbrelief, einige verschlungene Ornamente und geometrische Zeichen. Das Gebäude war einfach im Stil, doch höchst ästhetisch und schön.

 

Die drei Freunde betraten den Tempel. Im Inneren befand sich eine große Halle mit seitlichen Säulen. Weiße Marmorwände waren mit Goldverzierungen geschmückt. Dem Eingang gegenüber, am anderen Ende, war die Andeutung einer Pyramide durch einen mehrstufigen Sockel, auf dem sich ein reich verziertes Buchpult befand. Hinter dem Pult stand ein Prediger in weißem Ornat. Der Prediger oder Priester erklärte den Anwesenden den Bauplan der Schöpfung, die vielen Reiche darin, sprach über gute und böse Heerscharen, über die Macht der Magie und vieles mehr. Er gliederte alles in Hauptgruppen und Untergruppen, alle schön nummeriert. Worüber er sprach, war so kompliziert, dass alle drei den Ausführungen letztlich nicht mehr zu folgen vermochten. Diese Inhalte der Predigt standen ganz im Gegensatz zur naiven Frömmigkeit in der vorigen Kirche. Waren es in der ersten Kirche die Gefühle, die vorherrschten, so war es hier der Intellekt. Sie fühlten sich alle drei nicht wohl und verließen das Gebäude.

 

Alles in allem zeigte sich, dass die Predigten in ihren Aussagen genauso vielfältig wie die Sakralbauten waren. Viele der Ausführungen mochten mentale Kunstwerke sein und glichen in gewisser Hinsicht dem ornamentalen Reichtum der Gebäude. Was die drei Freunde jedoch suchten war nicht Kunst in Worten und in Stein, sondern die tieferen Wurzeln des Seins, die Wahrheit hinter dem Äußeren. So beschränkten sie sich im Weiteren auf die Besichtigung der einzelnen Gebäude und verzichteten darauf die Predigten anzuhören.

Die Tempelstadt, Ein jenseitiger Entwicklungsweg, Autor: Alfred Ballabene
ISBN 978-3-901975-33-2  Verlag: SOLARIS Spirituelle Edition, Wien

 

 

Ankunftsebenen

(Orte der Anpassung an das astrale Dasein)

Es handelt sich hier ebenfalls um erdnahe Ebenen, die als Ausgang dienen für eine weitere Wanderung in höhere Ebenen. Sie haben keine weitere Funktion als durch ein sorgenloses Dasein die Erinnerungen an irdischen Stress zu glätten und die Menschen auf die veränderten Gesetzmäßigkeiten des Jenseits vorzubereiten.
  

In der Regel hat die Umgebung eine beruhigende Wirkung auf den/die Verstorbenen. Solche Umgebungen sind meist Anwesen in einer meist sehr naturnahe Landschaft. Spitäler und Sanatorien entsprechen dem Bedürfnis vorher alter oder kranker Menschen nach Pflege und Umsorgung. Die Erinnerung an ihre Hilfsbedürftigkeit ist noch so präsent, dass sie sich in Umsorgung wohler fühlen.

Zumeist schlafen die Verstorbenen dort (Anpassungsschlaf) und nehmen passiv die Schwingung der Umgebung in sich auf. Hin und wieder wachen sie auf und sind dann ansprechbar.

Der Anpassungsschlaf ist keineswegs vergeudete Zeit. Ich vermute, dass die Leute hierbei Passagen aus ihrem Leben noch einmal in der Erinnerung durchleben, dies aber aus neuer Sicht nunmehr betrachten. Wenn es Passagen aus der Jugend sind, sehen sie diese mit all dem Wissen ihrer Lebensreife und aus der Perspektive der Vergänglichkeit des Irdischen, was für sie nunmehr keine Theorie mehr ist, sondern Wirklichkeit geworden ist. Abgeklärt und versöhnt können dann die Menschen einer neuen (astralen) Zukunft entgegen gehen.

 

 

"Jenseitige Spitäler"
(aus: Sculthorp, "Meine Wanderungen in der Geisterwelt", H.Bauer Verlag, 1962, pp.82 - 83) 

Oft durfte ich im Geiste ein Spital besuchen, vermutlich wegen der Verbindung mit meiner Frau, die dort mithalf. Es ist eigentlich eine Anstalt für Neuangekommene. Einmal meldete ich mich bei meiner Ankunft auf dem Büro, wo sich eine junge Dame befand. Ich dachte, sie würde mich verstehen und sagte kurz, ich hätte meinen Körper verlassen und sei gekommen, um meine Frau zu besuchen. Sie war wohl neu, verstand mich nicht, sondern starrte auf etwas über meinem Kopfe. Ich begriff, dass ihr solche Besuche fremd waren und sie nach meinem astralen Band blickte.

Ich wünschte keine Zeit zu verlieren und erklärte ihr daher sorgfältig, es sei auf der Erde Nacht, mein physischer Körper schlafe, ich sei in meinem Geistkörper gekommen usw. Immer noch unsicher, sagte sie: "Einen Augenblick bitte" und verschwand in einen anderen Raum. Bald kam ein lächelnder, wie ich fühlte, fortgeschrittener Geist, der im Nu begriffen hatte und sagte: "Es ist in Ordnung, warten Sie im Flur." Ich ging hinaus und nach einigen Augenblicken kam meine Frau.

Man zeigte mir das ganze Spital, das früh gestorbene junge Frauen betreute. Im Speisesaal wurde eben eine Mahlzeit eingenommen. Die geballten Gedanken der Anwesenden gaben mir ein sonderbares Gefühl des Hungers. Als ich zwischen den Tischen stand, empfand ich ihre Aura, die noch den Schock eines Unfalles, oder der Furcht, Krankheit und Sorge ausstrahlte. Einige waren noch vom Äthergeruch der irdischen Spitäler umgeben. Andere hatten rote Flecken an Armen, Gesicht und Hals, herrührend von irdischen Unfällen, die durch die Gedankenkraft ihrer Erinnerungen noch festgehalten wurden.

Niemand sah krank aus, es herrschte ein allgemeiner Frohsinn in der Halle, mit Gefühlen der Lebenskraft und des Wohlseins. Diese Atmosphäre wurde, wie ich fühlte, andauernd von fortgeschrittenen Leitern der Anstalt eingeströmt, und darin bestand im vorliegenden Fall die erforderliche Behandlung. Als ich das Spital verließ, standen die Helfer am Eingang des Büros und betrachteten mich im Vorübergehen. Ich war für sie eine Kuriosität von der Erde - vollständig ausgerüstet samt Silberschnur!

 

 

"Das Ruhehaus"
"Die andere Welt", 1963/II, 14. Jg., Nr. 9, S. 653-654

Vorläufig bleibe ich für länger noch da, wo ich jetzt bin, nämlich in einem wundervollen Ruhehaus, wo alles das den Neuankömmling erwartet, dessen er zunächst bedarf. Ruhe in jeder Beziehung, Licht und Wärme sind hier, von deren Erleben Sie sich keine Vorstellung machen können.

Ich tue zunächst gar nichts, lasse die herrliche Umwelt auf mich wirken oder schließe die Augen und strecke die Glieder auf weichem Stuhl. Ich habe ein herrliches, urgemütliches, ganz meinem Geschmack entsprechendes Zimmer. Wenn ich an das offene Fenster trete - die Fenster sind immer offen und balsamischer Duft strömt herein - schaue ich in einen herrlichen Park mit gepflegten Grasflächen, Blumenbeeten und Buschgruppen; auch Wasserspiele sind da. Man winkt mir froh und lachend zu.

Von Zeit zu Zeit schaut man nach uns. Es ist eine - ich möchte sagen Schwester, um einen irdischen Ausdruck zu gebrauchen. Sie ist mit meiner Betreuung für die erste Zeit betraut. Ich freue mich, die irdische Probezeit hinter mich gebracht zu haben und durfte sie auch dank Ihrer Hilfe, wie ich nun weiß, gut bestehen.

 

Weitere Texte hierzu: R. Moody, "Nachdenken über das Leben nach dem Tod", Seite 30-33

 

 

Scheinparadies 
(Die Illusion einer Belohnungsebene) 

Unter Scheinparadies wird ein Ort ersehnter jenseitiger Glückseligkeit und Erfüllung verstanden. Es sind angenehme und schöne Umgebungen. Der Glaube bereits im Paradies zu sein birgt in sich die Gefahr einer Stagnation durch die Täuschung schon alles erreicht zu haben. Diese Illusion beruht sehr oft auf den Versprechungen oberflächlich ausgelegter religiöser Schriften, oder aber aus dem tiefen Wunsch eine "Insel des Friedens" zu finden.

 

 

"Das 'Paradies' einer Rechtgläubigen"
"Die andere Welt", 1963/II, 14. Jg., Nr. 11, Seite 851

Heute möchte ich wieder etwas Lehrreiches erzählen. Eine Dame gibt mir Anlass dazu. Sie begegnete mir schon vor einiger Zeit. Auf Erden war sie eine strenggläubige Christin und, ohne es zu wissen, psychisch zum Medium veranlagt. Sie war sich ihrer Überlegenheit bewusst und dabei sehr unduldsam. Daneben war sie aber überaus gutherzig, sonst hätte sie nicht diese Höhe erreicht.

Sie war überzeugt, ins Paradies zu kommen; und sie hat tatsächlich ihr Paradies gefunden!

Was sie da genoss, war aber nicht jenes unermessliche Glück, das wir empfinden, wenn wir der Ewigen Allgegenwart gegenüberstehen. Es war einzig und allein eine ,,ganz persönliche Befriedigung".

Ihrem Empfinden nach war alles - alles! - wirklich so, wie sie es immer gewusst und gesagt hatte.

Sie begriff keineswegs, dass dieses bisschen Glück, das sie da genoss, ganz einfach nur das Wenige war, das sie empfinden konnte - und dass ihre Läuterung noch bevorstand.

Der Zeitpunkt kam, und zuerst regte sich die Eitelkeit: Sie - Sie - Sie! war im Paradies! - Wie musste ihr Gatte es bereuen, sie so verspottet zu haben!

Sie frohlockte in wachsender Befriedigung, ohne zu bemerken, dass ihr Paradies nach und nach seinen ärmlichen künstlichen Glanz verlor...

 

 

Das Landhaus (eigenes Erlebnis)

Wir glitten in einer Seilgondel über der Landschaft dahin. Da sah ich einen großen Park mit wundervollen alten Bäumen. Ein jeder Baum war eine seltene Spezies, wie man es sonst nur in botanischen Gärten sieht. Da waren welche, deren Zweigenden sich in wundervolles Gold verfärbten, andere waren wie riesengroße Bonzais, blaugrüne Nadelbäume waren darunter, alles war herrlich anzusehen. Dies war der Garten eines feudalen Landhauses, wie ich gleich feststellte. Obwohl mehrere Parteien ihre eigenen Appartements dort hatten, war alles von tiefstem Frieden und höchstem Wohlstand gekennzeichnet. Die Welt mit ihrer Unrast schien unendlich weit entfernt zu sein. Hier gab es nur Erholung und Frieden. An den Wänden hingen wunderschöne Tafeln mit Holzschnitzerein, nicht etwa aus Weichholz, sondern aus Edelhölzern gearbeitet. Auf der Wiese vor dem Haus spielte ein Kind und nicht weit entfernt sah man einen Stall und davor ein gesatteltes Reitpferd, ruhig wartend. Wer hier lebte, lebte auf einer Insel des Friedens, versteckt von Städten und Dörfern, so entlegen, dass sich niemals ungebetene Gäste einfinden konnten.

 

Es war Glück und Isolation gleichzeitig, was jene Menschen genossen. Mit der Zeit müsste ein solcher Zustand zu einer seelischen Verarmung führen.



 Hohe Astralebenen 

Je höher die Ebenen sind, desto stärker kommt zum Ausdruck, dass alles, was "äußerlich" gesehen wird, ein Produkt der eigenen Phantasie ist - auch dann, wenn andere daran teilhaben können. Die Farben werden immer leuchtender und alles herum verliert seine Starrheit, ändert sich mitunter fließend und beginnt in direkter oder indirekter Weise mit dem Betrachter zu kommunizieren (z.B. sprechende Fresken bei meinen Kirchenbesuchen). Wenn man mehr und mehr mit diesen Ebenen vertraut wird, gewinnt man den Eindruck, dass alles was einen umgibt, Kreationen von Gedanken sind. Deshalb wurden diese Ebenen von den Theosophen Gedankenebenen (Mentalebenen) genannt.

 

Der nächste Schritt ergibt sich von selbst: so schön diese Illusionen auch sein mögen, man muss sich von ihnen trennen, um zu einer unmittelbaren Einheit mit dem Allbewusstsein zu gelangen - oder wie immer wir den höchsten formlosen Zustand beschreiben wollen.

 

Die pastellfarbenen Wolken (eigenes Erlebnis)

Als ich zum Himmel empor blickte, war dieser von Wolkenschleiern in den schönsten Pastellfarben bedeckt. Als ich verzückt dieses Farbenkunstwerk betrachtete, bildete sich aus einer Wolkenformation das Antlitz Christi.
 

"Besuch in der Sphäre mit dem bunten Wasser"  (S., ein Bekannter von mir)
Eines der beeindruckendsten Erlebnisse, an die ich mich erinnern kann, war ein kurzer Ausflug in eine Sphäre von unbeschreiblicher Schönheit.

Gemeinsam mit einem Begleiter bewegte ich mich durch eine Gegend, die mir im Irdischen wohlbekannt ist. Wir kamen an eine Stelle die immer eine besondere Faszination auf mich ausübte. Hier befand sich eine kleine Böschung, über die wir hinwegstiegen ...

Eine rasende Verwandlung spielte sich um uns ab. Es war ein ähnliches Gefühl wie in einem Strudel, und während sich alles um uns veränderte, schritten wir in eine Szene von unbeschreiblicher Schönheit. Wir befanden uns am Strande eines kleinen Flusses. Uns gegenüber stiegen Felsen empor. Wir waren umringt von eigenartigen Blumen. Doch welche Schönheit und bezaubernde Vielfalt unsere Umgebung aufwies, wie lässt sich das beschreiben!

Zuerst blickte ich fasziniert auf den Himmel. Dieser lag wie in farbigen Bahnen vom Horizont aufsteigend in den zartesten Tönen von unbeschreiblicher Leuchtkraft. Zartestes Lila, rosa Töne und Farben, welche ich noch nie gesehen hatte, strahlten, eine Farbe über der anderen sich langsam vom Horizont erhebend.

Doch womit soll ich weiterfahren! Der Fels vor uns war ein leuchtendes Meer, ein einziges Farbspiel. Der Sandstrand, auf dem wir standen, war wie aus Gold und feinsten Edelmetallen, doch von einer strahlenden Wärme. Und das Wasser! Der Fluss der hier vorbeifloss lässt sich mit keinem irdischen vergleichen. In ihm spielten Muster, wie es die schönsten irdischen Mosaike nicht kennen, in strahlenden Farben. Diese Muster durchdrangen das ganze Wasser, ähnelten geometrischen Formen und blieben lange bestehen, während sie sich langsam im Fließen wandelten. Ich griff in dieses Wasser durch die Formen hindurch und schöpfte, als es mir mein Begleiter bedeutete, eine Handvoll von dem Wasser aus dem Fluss. Glitzernd und in allen Farben spielend, goss es sich wieder zurück, wobei es langsam mit den Formen wieder verschmolz. Schon an diesem Wasser konnte ich mich nicht satt sehen, doch als ich die Blumen sah, geriet ich noch weit mehr ins Staunen.

Auf einem langen, feinen Stängel wie aus Gold mit zarten gedrehten Blättern, die wie feinste ziselierte Arbeit wirkten, stand direkt neben mir eine hohe Blüte, die am ehesten, wenn sich überhaupt ein Vergleich finden lässt, sich mit der königlichsten aller königlichen Lilien vergleichen lässt. Ihre Blüte glitzerte, funkelte, sprühte in allen nur erdenklichen Farben, wobei Purpur, Gold und ein leuchtendes Gelb überwogen. Diese Blume atmete eine solche Majestät aus, dass ich vor ihr in Staunen niedersank.

Ein Vogel, bunt wie ein Schmetterling, flatterte vorbei. Im Flug berührte er kurz die Wasseroberfläche und verwandelte so wie im Spiel die Muster des Wassers. Er ließ sich auf der Blüte nieder - so, als wollte er den Nektar trinken. Doch es war hier einfach soviel Schönheit und Glanz, dass ich es gar nicht auf einmal erfassen konnte.

In einem unbeschreiblichen Glücksgefühl bewegten wir uns, mein Begleiter und ich, in dieser Landschaft, bis er endlich mir bedeutete, wir müssten zurück. Denn die Rückkehr wird mit jeder Minute schwieriger und anstrengender. Ich sah dies ein, wollte nur ein letztes Mal alles in mich aufnehmen, und dann versuchten wir über die Böschung, die vor uns erschien, wieder zurückzukehren. Weit im Hintergrund erblickte ich die irdische Landschaft. Ich wunderte mich, wie fahl, leblos und unsubstantiell sie mir erschien in einem trüben, farblosen Licht. Wir versuchten, die Schwelle zu überschreiten, doch wir mussten mehrere anstrengende Versuche unternehmen, bis wir endlich wieder in die irdische Landschaft zurückkehrten.


 

"In einer Kirche" (eigene Erfahrung)
Ich ging die Straße entlang mit dem inneren Wunsch Guru Ananda aufzusuchen. Unterwegs traf ich Yogi A.. Wir gingen ein paar Schritte zusammen, da gewahrte ich auf der linken Seite den Eingang zu einer Kirche. Da ich Kirchen immer sehr interessant und schön finde und ich speziell, wenn ich solche bei Astralwanderungen aufsuchte,  den ganzen Tag ein Gefühl von Glück und Religiosität in mir trug, bat ich A. mit mir die Kirche aufzusuchen. Wir traten ein und wie war ich nach dem eher bescheidenen wirkenden Eingangstor überrascht, nun ein derart herrliches Kirchenschiff zu sehen! Bei heller Beleuchtung boten wunderbare Mosaike aus Perlmutter, Korallen und rosaroten Muscheln einen derart bezaubernden Anblick, dass ich nicht wusste wo ich zuerst hinblicken sollte. Die Mosaike waren wie Gemälde und nur bei nahem Hinsehen waren Fugen zu erkennen und mitten in den Mosaiken, von diesen umrahmt, waren Seitenaltäre mit wundervollen Plastiken aus demselben Material. Ich staunte und schaute, vergaß auf das Beten, machte nicht einmal ein Kreuz, und vergaß auch auf A..

Langsam wanderte ich die Kirche entlang. Eine jede Handbreit dieser Kirche war ein Kunstwerk; auch das Gewölbe aus weißem Stein mit schöner, reliefartiger Musterung. Ich gelangte zu einer ca. 50 cm großen Christusstatue. Christus war nicht gekreuzigt, sondern stand aufrecht und er schien sich auch zu bewegen, wenngleich nicht, sobald ich hinblickte. Aber das verwunderte mich nicht, denn die ganze Kirche strahlte gleichsam Leben aus. Sie war nicht toter Stein, sondern eher wie ein Organismus, lebendig gewordene Schönheit.

 

 

 

 

Weitere Literatur zu diesem Thema:

 

 

Die Schicksalsbücher
Ein jenseitiger Entwicklungsweg

Autor: Alfred Ballabene
ISBN 3-901 975-32-2
Verlag: SOLARIS Spirituelle Edition, Wien

Drei Freunde, die in früheren Inkarnationen in wechselhaften Schicksalen miteinander verbunden waren, treffen einander im Jenseits wieder. Das Schicksal hatte sie weit auseinander geführt, dennoch fühlen sie unterschwellig ihre Verbundenheit. Sie helfen einander aus Sympathie und gehen gemeinsam den weiteren Weg. Dieser gemeinsame Weg zeigt, dass das Leben im Jenseits in spannender weise eine Fortsetzung finden kann, mit faszinierenden Möglichkeiten und Perspektiven.

Die materiellen Grenzen überschreitend bieten uns die jenseitigen Welten unendliche Freiheiten. Einzig wir selbst bestimmen, ob und wie wir von diesen Freiheiten Gebrauch machen wollen.

Klebebindung, broschiert, 156 Seiten, Format 155 x 190 mm,
Preis: € 14,70, Preis Deutschland: € 14,30

SSE - SOLARIS Spirituelle Edition (c)
 

 

 

In der Tempelstadt
Ein jenseitiger Entwicklungsweg

Autor: Alfred Ballabene
ISBN 978-3-901975-33-2
Verlag: SOLARIS Spirituelle Edition, Wien

Elbrich und seine Freunde erleben auf ihrem Jenseitsweg verschiedenste Abenteuer. Sie lernen daraus und erlangen zunehmend tiefere Einsichten in die Gesetzmäßigkeiten der dortigen Welten. Je mehr sie sich von der Gewohnheit einer körperlichen Bindung lösen, umso mehr erkennen sie die Möglichkeiten und Freiheiten des Geistes. Mit ihrem Bewusstsein beginnen sie Raum und Zeit zu durchdringen.

Klebebindung, broschiert, 176 Seiten, Format 155 x 190 mm, Preis: € 14,30

SSE - SOLARIS Spirituelle Edition (c)