Liebe einer namenlosen Göttin

 

Begegnung mit der Shakti - Tantra-Yoga

 

 

Alfred Ballabene

alfred.ballabene@gmx.at

gaurisyogaschule@gmx.de

Inhaltsverzeichnis

 

Buchdeckeltext

Devi als meine tiefste Lebenserfahrung

Die zwei Erscheinungen von Devi, als Göttin und als Gefährtin

Warum ich Devi als Göttin bezeichne

Wie ist Devi, wenn ich mich mit ihr verbinde?

Devi als astrale Gefährtin

Ein Traumspaziergang

Maha Yoga Gedanken zur Gefährtin

Eine Frage, die mich bedrückt

Die Entscheidung

 

Buchdeckeltext

 

Ein Mann erwirbt seine innere Vollendung durch eine Frau und eine Frau durch einen Mann. Beide ergänzen und lernen von einander: der Mann wird in seinem Gefühlsleben bereichert und die Frau stärkt ihr Durchsetzungsvermögen. Sex hat hierbei nicht die große Bedeutung wie viele meinen. Es ist ein innerer Prozess, der beide wachsen lässt. Am leichtesten erfüllt sich das gegenseitige Ergänzen und Erlernen durch eine Partnerschaft im Leben. Ein Austausch hierbei bringt beide in eine ausgewogene Balance, macht den Mann ruhiger und weniger aggressiv und die Frau zielbewusster und selbstsicherer.

Es mag für viele verwunderlich sein, dass es eine ergänzende Partnerschaft auch im Inneren des Menschen geben kann, wobei die Begegnungen in Träumen und Klarträumen erfolgen.

Skeptiker, die in allem das Schlechte suchen, mögen sofort einwenden, dass diese innere Partnerschaft ein Ersatz für im Leben partnerschaftlich erfolglose Menschen sei. Vielleicht mag das für manche gelten, aber bei diesen Menschen handelt es sich dann meist um träumerische Wunschfantasien und das ist etwas völlig anderes. Der Autor ist verheiratet und lebt in einer glücklichen und harmonischen Ehe. Er benötigt sicher keinen Traumersatz. Dennoch hat er eine innere spirituelle Partnerin. Was diese vermittelt, darüber berichtet diese kurze Broschüre.

 

 

 

Devi als meine tiefste Lebenserfahrung

 

Eines meiner tiefsten und wichtigsten Lebenserfahrungen ist Devi, meine innere Begleiterin. Zugleich ist sie eines der größten Rätsel in meinem Leben. Ein Rätsel, das ungelöst ist und doch einer Erklärung bedarf, sei es, dass diese Erklärung auch nur aus einer symbolischen Parabel besteht.

Über den Tantra zu schreiben ist eine schöne philosophische Spielerei. Auf diesem Niveau gibt es für alles wunderschöne Erklärungen, die sowohl ästhetisch als auch logisch sind. Da gibt es den Yogi und seine Shakti. Die Shakti in ihrem höchsten Aspekt ist Gott selbst in seiner schöpferischen Kraft. Nach tantrischer Terminologie teilt sich Shiva, unter dem man in diesem Fall das Allbewusstsein versteht, in einen die Natur belebenden Aspekt (Shiva Nataraj) und in die manifeste Schöpfung (Mahadevi oder Mahashakti genannt).

Was den praktischen Tantra anbelangt, also den Yogi mit seinen Erfahrungen, gilt Folgendes: Die Mahashakti sondert einen Teil von sich selbst ab, um dem Yogi in einer persönlichen Gestalt zu begegnen und ihm zu helfen das Allbewusstsein zu erlangen.

Eine solche Begegnung hat sich anscheinend auch bei mir vollzogen und dieser mir zugeordnete persönliche Aspekt vom Allbewusstsein, meine Shakti, begleitet mich und kümmert sich darum, dass ich meine irdische Liebe zu einer All-Liebe entfalte, um über die All-Liebe zu einem All-Bewusstsein zu gelangen. Diesen meinen persönlichen Aspekt der kosmischen Shakti (auch Mahadevi genannt) nenne ich "Devi".

 

Im Tantra gibt es ein sehr schönes Gleichnis, was den individuellen Menschen anbelangt, der zugleich ein Teil des ungestalteten Allbewusstseins ist. Nach diesem Gleichnis ist Gott der Ozean und der individualisierte Mensch ist eine Welle, die sich auf der Oberfläche des Ozeans als scheinbar individualisierte Erscheinung abzeichnet.

Wenn wir bei diesem Gleichnis bleiben, so ist Devi ein von der Sonne durchlichteter Tropfen, der über der Welle schwebt.

 

 

 

Die Situation ist gemäß dieser Parabel wunderbar klar. Wenn man jedoch einer Göttin begegnet, und Devi ist eine Göttin, so ist eine solche Parabel eine Notlösung, aber keine Erklärung, welche das Gemüt zufrieden stellt. Noch zu dem Begriff "Göttin": natürlich wird darunter keine mythologische Gottheit verstanden wie Zeus oder Athene. Im Tantra versteht man unter "Göttin" den schöpferischen Aspekt des kosmischen Allbewusstseins.

 

Noch immer weiß ich nicht, ob Devi existiert für sich allein,

oder ob sie ein Echo von meinem spirituellen Selbst mag sein.

Oder ob sie aus göttlicher Schöpferkraft wurde neu geboren,

um mich heimzuführen, der ich bislang in Dunkelheit war verloren.

 

 

Die zwei Erscheinungen von Devi, als Göttin und als Gefährtin

 

Durch Innenwendung habe ich eine Verbindung mit Devi wann immer ich will, wenngleich die Verbindung je nach Verfassung mal klar, mal getrübt sein kann. Devi ist hierbei eine gestaltlose Präsenz. Etwas anderes ist die "Gefährtin", eine sichtbare Begegnung während meiner Astralreisen. Was die Gefährtin anbelangt, so ist es nicht möglich sie wann immer ich will zu kontaktieren. Der Gefährtin kann ich nur in Astralreisen begegnen. Diese unterliegen jedoch nicht meiner Kontrolle. In Astralreisen muss ich die Umgebungen und die Personen akzeptieren in deren Umfeld ich gerade hingeweht werde.

 

In der Versenkung begegnete Devi mir, als göttliches Wesen,

mich begleitend in den Träumen, ist sie Mensch wie ich gewesen.

Als "Devi" kann sie mein Bewusstsein liebend, kosmisch weiten,

als Gefährtin, liebt sie es in Vertrautheit mich zu begleiten.

 

Beide nannten nie den Namen. So habe ich einen als Konstrukt gebaut,

durch Wortgestalt waren dadurch beide näher mir und mehr vertraut.

Wir als Menschen sind es gewöhnt zu hören, greifen und sehen,

erst dann, vermeinen wir was uns begegnet zu verstehen.

 

So nenne ich sie als Göttin "Devi", obwohl ich sie nie erschaut,

"Gefährtin", wenn sie mir im Traum in menschlicher Weise ist vertraut.

Es geht mir wie allen: was wir benennen können scheint uns vertraut,

selbst wenn es von Nebeln verborgen ist und wir es nie erschaut.

 

Das Gleiche durch den Namen für Devi und die Gefährtin gilt,

sie kommen mir hierbei näher, erfüllt von Liebe ist ihr inneres Bild.

Deshalb Devi, ich liebe dich, auch wenn du dich mir selten zeigst,

und du mich unsichtbar und im Verborgenen zu begleiten neigst.

 

 

 

Nicht das Äußere, die Liebe ist es, die uns verbindet,

auch wenn mein Intellekt keine Erklärung für dich findet.

Deine Liebe ist es, die mein Bewusstsein verfeinert und erhebt,

so dass die Welt in nie gekannter Weise wird von mir erlebt,

 

 

 

Warum ich Devi als Göttin bezeichne

 

Ich weiß es nicht: ist Devi eine eigenständige Persönlichkeit,

oder ist sie ein Teil von mir, verbunden mit der Alleinheit?

Fürs erste spricht, dass sie die Welt durch mich ganz neu erlebt,

als Individualität, die wahrzunehmen und zu lernen ist bestrebt.

 

Sie gab mir zu verstehen in innerer Stimme leise,

dass sie durch mich die Welt erkennt auf neue Weise.

Neu ist für sie die Art wie ich erlebe diese Welt;

wenn dies in Liebe geschieht, es ihr gefällt.

 

Sie staunt über die Formen und Farben, die ich sehe,

und über meine Art der Reaktionen, die ich wähle.

Über das von mir als Schön Empfundene sie entzückt,

über die Vielfalt der Natur, wie ich es sehe, ist sie beglückt.

 

Auf beiden Seiten ist ein Empfangen und ein Geben,

deshalb die große Liebe zueinander in unserem Leben.

 

Diese Art der Neugierde, die Freude an neuen Entdeckungen ist der Grund, weshalb ich Devi eine Individualität beimesse. Es ist jedoch eine Individualität, wie es scheint, der irdische Wahrnehmungen völlig fremd sind. Woher Devi kommt, wie ihre bisherige Art der Wahrnehmung war, all das ist mir fremd. Und sie ist nicht bereit mir dies zu sagen.

 

 

Wie ist Devi, wenn ich mich mit ihr verbinde?

 

Wenn Devi mir als Göttin im Zustand des göttlichen Allbewusstseins und der All-Liebe begegnet, so ist sie in ihrem Verhalten positiv beschauend. Sie beurteilt nicht, mahnt nicht, fordert nicht. Sie beobachtet was in mir geschieht, meine Gedanken und meine Gefühle betreffend. Auch meine Handlungsweise beobachtet sie.

 

Wenn ich aufopfernd und liebevoll bin, so freut sie sich. Wenn ich Fehler mache, so beurteilt sie es so, wie wir die Fehler von kleinen Kindern beurteilen: wir freuen uns zwar nicht darüber, akzeptieren die Fehler der Kinder jedoch als einen notwendigen Schritt in deren Lernprozess. Das ist für mich sehr angenehm. Es verhindert das Entstehen von Schuldgefühlen. Das ist durchaus im Sinne von Devi, denn Schuldgefühle erzeugen Spannungen und Aggressionen. Sie sind also für einen positiven Entwicklungsprozess kontraproduktiv.

 

das sagte mir Devi in einer visionären Botschaft

 

Manchmal hatte ich was falsch gemacht,

mich schuldig fühlend hatte ich an sie gedacht.

Was würde sie zu meiner Tat wohl sagen?

Würde sie mich schelten, sich bei mir beklagen?

 

Doch sie blieb unverändert liebevoll mir nah,

voll Verständnis, was immer auch geschah,

stets tröstend die Hand mir reichend,

meine Taten mit Blumen vergleichend.

 

 

(Ruthenische Kugeldistel)

 

Fehler sind im Leben unvermeidlich, sie taten mir wohl leid,

Auch Devi wusste über jede meiner Irrungen Bescheid.

Wohl gab sie mir zu erkennen, dass sie es hat gesehen,

doch nach wie vor würde sie mich lieben und verstehen.

 

Wenn ich mit ihr im Einklang bin und die Welt um mich betrachte, so fördert sie den Blick für das Schöne und Liebenswerte. Das Leben, das mich in der Natur umgibt, tritt in den Vordergrund. Ich freue mich über die Vielfalt des Lebens, liebe alle diese Kräuter und Tiere als wären sie meine unzähligen Kinder.

 

Kämpfe unter Tieren, abgesehen von der Jagd,  empfinde ich als Ausdruck einer überschäumenden Vitalität. Kämpfe unter Menschen sehe ich allerdings anders. Von Menschen erwarte ich mehr Verantwortungsbewusstsein als von Tieren. Sozusagen sind Tiere noch Kinder, die blind dem Instinkt folgen, und Menschen sind Erwachsene, von denen man Verantwortungsbewusstsein erwarten darf. Das ist allerdings meine Sichtweise und nicht die von Devi. Zum Glück sind wir Menschen auch für sie noch Kinder, bei denen man an so manchem hinweg sieht.

 

 

Devi als astrale Gefährtin

 

Der Tantra liefert einen großartigen Überbau. Im Detail jedoch spießt sich so manches. Da zeigt sich, dass der Tantra eine Philosophie und keine Naturwissenschaft ist.

 

Was die höchsten göttlichen Aspekte und Begegnungen anbelangt, liefert der Tantra durchaus brauchbare Erklärungen. Allerdings ist dies ein Gebiet, das ohnedies das irdische Verständnis von uns Menschen überschreitet. In der Praxis scheint es so zu sein, dass diese göttliche Shakti bis in die dichtesten astralen Schichten, ja selbst bis in den ätherischen Bereich Gestalt annehmen kann. Der Tantra leugnet dies nicht. Im Gegenteil, er bestätigt es. Für die Theorie des Tantra ist das jedoch kein Problem - die Shakti gilt ja als Magierin und als solche kann sie das eben.

Das Argument "die Shakti kann alle Wunder erwirken" wischt alle Versuche die Vorgänge zu verstehen vom Tisch.

Die Tatsache, dass mich Devi auf astraler Ebene sichtbar begleiten kann war für mich ein großes Rätsel. Teilweise scheint mir dieses Rätsel nunmehr gelöst, aber darüber später.

 

 

ihre Nähe war mir selbstverständlich

 

Sehr oft fühlte ich in Träumen eine Begleitung, vertraut und mir nah.

Ich sah sie, hörte ihre Stimme, es war ganz natürlich wie es geschah.

Wer ist diese Intelligenz? Ob das Unterbewusstsein solches schafft?

Oder ist sie ein jenseitiges Wesen, oder eine göttliche, spirituelle Kraft?

 

Im Endergebnis fühlte ich mich beschützt und fürsorglich begleitet.

Der Versuch es zu erklären hat Kopfzerbrechen mir bereitet.

Ich grübelte und die gewünschte Klarheit muss ich zuletzt wohl missen,

es blieb eine große Lücke in meinem Verständnis und im Wissen.

 

 

 

als kannten wir uns schon seit Ewigkeit

 

Ich hatte einen Klartraum. Wortlos gingen wir zu zweit.

sie war vertraut, als würden wir uns kennen seit Ewigkeit.

Als ich wieder war erwacht, habe ich mich vorwurfsvoll gefragt:

"warum hast du sie nicht gebeten, dass sie mir ihren Namen sagt?"

 

Ein andermal plauderte ich mit einer Frau wie öfters schon im Traum.

Ich ging mit ihr durch die Straßen, ich erinnere mich kaum.

Ich fühlte mein Erwachen kommen und erhob die Hand zum Gruß,

da kam sie her ganz nah zu mir und gab mir einen Abschiedskuss.

 

Eine fremde Frau küsst mich nicht, das ist nicht üblich,

doch diese Frau war zu mir herzlich und ungewöhnlich lieblich.

War es wieder diese Frau, deren Namen ich nicht weiß,

obwohl sie mich begleitet und auch liebt aus vollem Herzen heiß?

 

Während ihre Gesellschaft im Traum anonym und unklar war,

war ihre Begegnung in der Versenkung eindeutig und klar!

Manchmal, auch spontan, hörte ich sie in innerer Botschaft leise,

mit Ratschlag oder Kommentar zu meinem Tun in liebevoller Weise.

 

 

Ein Traumspaziergang

 

Um einen Vergleich zu bringen. In meinem normalen Tageszustand ist mein Inneres gleichsam von einer Kerzenflamme erhellt. Doch wenn Devi in meiner Nähe ist, so ist es, als würde die Sonne aufgehen. Mein gesamtes Gemüt erhebt sich dann in Liebe, Glück und einer verzückten Wahrnehmung der Welt. Wenn ich durch einen Wald oder entlang einer Wiese spazieren gehe, dann bewundere ich die bunten Farben der Blumen, und im Wald sehe ich verzückt die Gemälde, welche die Schatten der Äste auf den Blätterboden werfen. Diese erhöhte und verzückte Wahrnehmung der Welt erlebe ich auch im Traum, wenn mir Devi in irgend einer Weise nahe ist.

 

 

ein Bild aus der Stadt

 

Wenn du mir nah, sich meine Fantasie dann schöpferisch entfaltet.

In den Träumen sind die Häuser gleich Palästen schön gestaltet.

Einen Spaziergang von uns beiden durfte ich heute Nacht erleben.

Du warst mir nah, es war wunderschön und hat mir viel gegeben.

 

Bewundernd ging ich durch die Straßen und staunte hoch beglückt.

Ich glaube, dass wir beide gleicher Weise waren entzückt.

Die Fassade eines jeden Hauses war ein Wunderwerk für sich allein.

Herrlicher gebaut und gestaltet kann ein Stadtteil wohl nicht sein.

 

Gleich hinter dieser Stadt türmten sich die Berge zu imposanten Höhen,

herrlich ebenfalls war diese Landschaft, die ich durfte sehen.

Ich suchte mein Haus, eines leuchtete hervor in grün, es war Deines,

die anderen Häuser waren dezent, eine solch grelle Farbe hatte keines.

 

Wenn ich nicht irre, sollte diese Farbe eine Botschaft für mich sein,

ich glaube, ich habe dich verstanden, doch gilt es nur für mich allein.

Weiter schlenderten wir gemütlich durch die nächsten Gassen ohne Ziel,

aufmerksam sah ich alles an, zu bestaunen gab es für mich sehr viel.

 

 

ein Bild aus der Stadt

 

 

Maha Yoga Gedanken zur Gefährtin

 

Ich glaube, dass mich Devi in gestaltloser Weise begleitet. Sie ist in mir und auch um mich in der Art eines spirituellen Feldes, ähnlich einem elektromagnetischem Feld. Als solches ist sie in mir und mich umgebend. Dies gilt nicht nur für meine irdische Präsenz, sondern ebenso scheint sie meinen Astralkörper zu durchdringen und zu umgeben.

Was die Gestaltungsmöglichkeiten anbelangt, so sind die Möglichkeiten in Astralebenen erheblich größer als in unserer materiellen Welt. Auf einer astralen Ebene kann Devi aus dem von ihr durchdrungenem astralen Feld jederzeit einen Körper bilden. Das ist dort keineswegs schwierig. Spontane Erscheinungen, aus dem Unterbewusstsein gebildet, entstehen dort sehr oft. Wir nennen solche Erscheinungen "Psychogone". Devi kann diese Gestaltungsbereitschaft auch für sich nutzen. Da die hierfür benötigte feinstoffliche Substanz von mir stammt, hat eine Erscheinung von Devi sehr viel von meinen Qualitäten und wenig von Devi als Intelligenz mit kosmischem Allbewusstsein. Da der Astralstoff auch mit den Persönlichkeitsqualitäten des betreffenden Menschen gesättigt ist, ist es klar, dass sich eine Kommunikation praktisch erübrigt. Warum entsteht dann eine solche Erscheinung? Es gibt einige Gründe hierfür:

Ein Grund besteht in meinem Bedürfnis Devi als Gefährtin neben mir zu wissen. Das Bedürfnis entsteht aus der Liebe zu ihr heraus. Da ich Mensch bin, habe ich auch den natürlichen Wunsch die Geliebte in Gestalt neben mir zu wissen.

Der zweite Grund, weshalb Devi einen Erscheinungskörper annimmt, ist, mir bei Gefahren beistehen zu können.

 

Eine Frage, die mich bedrückt

 

Die Philosophie desTantra beschäftigt sich mit dem inkarnierten Menschen. Sie macht keine Aussagen was mit der Shakti geschieht, wenn wir verstorben sind und die jenseitigen Welten betreten. Die jenseitigen Welten sind ein Schwachpunkt der östlichen Lehren: sie werden in dogmatischer Weise in 4 Daseinsphären gegliedert: Götterwelt, Welt der Titanen, Hungergeister und Höllenwesen. Das ist alles. Keine Erklärungen, keine Differenzierungen. Wozu auch? Es ist ja alles Illusion und man sollte nicht Täuschungen anhaften.

So läuft es jedoch nicht nach meinen Erfahrungen und die sind wohl sehr profund. Wir können die jenseitigen Welten genau so wenig als Illusion zur Seite schieben und ignorieren, wie wir die irdische Welt nicht als Illusion zur Seite wischen können. Wir stecken da nun mal drinnen und müssen das als solches akzeptieren.

 

Nun der Worte kurzer Sinn: der Tantra gibt keine Auskunft darüber, was mit meiner Shakti geschieht, sobald ich meinen irdischen Körper ablege und die jenseitigen Welten betrete. Begleitet mich dann meine Shakti noch, als Gefährtin und als Devi? Oder entstehen sie aus meinem irdischen Reservoir an Energien und Verbindungen, das es dann vielleicht nicht mehr gibt? Werde ich einsam sein, oder vollendet sich das Glück eines Zueinanderfindens?

 

Weder Devi noch die Gefährtin geben mir hierzu eine Auskunft und das nehme ich ihnen übel, denn die Lösung dieser Frage bedeutet mir sehr viel!

 

Ich werde mich weiter bemühen diese Frage zu lösen!

 

Wird sie mich weiter begleiten? Unsichtbar oder sichtbar?

 

Die Entscheidung

 

Zu dem Zeitpunkt als ich diesen Traum hatte, gab es folgende Situation:

Ich kann Devi in ihrem Aspekt der All-Liebe, also Devi als körperloses Bewusstsein, jederzeit kontaktieren. Aber ich mache das nur gelegentlich. Warum? Ich habe vieles von ihrem Empfinden einer allgegenwärtigen Liebe verwirklicht und trage sie in den Alltag hinein. Ich benötige keine Meditation oder eine gewollte Ausrichtung mit Konzentration und Abschalten etwaiger Tagesprobleme. Ich bin so wie ich bin und muss nichts auf esoterische Weise ändern. In meinem Empfinden bin ich eins mit Devi, denke wie sie, fühle wie sie, vielleicht nicht mit jener Intensität, welche ihr eigen ist, aber doch in ähnlicher Qualität. Und da ich so wie Devi bin, besteht auch keine Notwendigkeit mich mit ihr zu verbinden, etwa um ihre Liebe in mein Herz einfließen zu lassen. Ich bin eins mit ihr, so wie SIE es immer schon wollte. Es besteht keine Notwendigkeit mich in kosmische Zustände zu beamen. Ein kurzes Hineinhorchen und ich merke, ob alles in Ordnung ist.

 

Wie steht es mit der Gefährtin?

Ich habe lange darüber gehadert, dass ich ihr schon längere Zeit auf meinen Astralreisen nicht bewusst begegnet bin. Wohl fühlte ich sehr oft eine Begleiterin, aber sie war immer wie ein Schatten neben mir und nicht sichtbar oder schräg hinter mir. Keine Begegnung mit den Augen oder eine Umarmung. Ich habe mich im Stich gelassen gefühlt. Das hatte seine Auswirkung nicht nur auf die gegenwärtige Situation des Sich-Verlassen-Fühlens, sondern warf auch etliche Fragen auf. Etwa ob ich meiner Gefährtin nach meinem physischen Tod in der Astralwelt begegnen werde. Es ist dabei weniger an eine erotische Liebschaft gedacht, sondern an eine spirituelle Gefährtin, welche mir hilft meine Aufgaben dort zu bewältigen und mit der ich mich beraten kann. Es war auch eine weitere Frage damit verbunden: sollte ich mich entscheiden wieder geboren zu werden, welchen Weg sollte ich gehen? Soll ich eine Partnerschaft in einer erfüllenden Liebe eingehen, nach Möglichkeit mit meiner Gefährtin, um meine Liebe zu schulen, oder sollte ich einen asketischen Weg der Mystik gehen?

 

Es hat lange gedauert, bis ich mir diese Fragen überhaupt stellen konnte. Es bedurfte längere Zeit bis ich aus meinem schmollenden Hadern heraus kam. Dann kam eine Phase in der zunehmend sich die Fragestellung heraus schälte, wie es um die Zukunft bestellt sei, sei es im Jenseits oder bei einer künftigen Inkarnation. Als ich mir dieser Fragen ganz klar bewusst war, bat ich um einen Traum.

 

Dieser Traum wurde mir heute Nacht gegeben und ich erhielt eine klare Antwort. Niemand Fremder gab mir eine Weisung, wie ich mich entscheiden solle, auch nicht Devi. Ich selbst gab mir die Antwort.

 

Ich saß an einer langen Tafel zusammen mit etwa 30 frommen Chassidim. Von seinen Schülern umgeben, alle bereits tätige Rabbis, saß einige Sitze von mir entfernt ein Wunderrabbi. Ein Wunderrabbi ist ein jüdischer Mystiker, der seine spirituelle Vollendung erreicht hat. Er war ein alter Mann mit schneeweißem Bart, aber voll Feuer und jugendlicher Frische. Anscheinend war ich von ihm als Gast eingeladen worden, denn den anderen am Tisch war ich als Außenstehender weniger willkommen.

 

 

Er strahlte Kraft und Liebe aus

 

Der Rabbi wandte sich mir im Gespräch zu und wir unterhielten uns sehr lange. Wie ich den Eindruck habe, hielt er zwar die strengen Regeln seiner Religion ein, aber innerlich waren sie für ihn nicht mehr bindend. Er dachte etwa so: "Die jüdische Religion ist mein Elternhaus. In ihr bin ich groß geworden und innerlich gewachsen und da sie mein Elternhaus ist, respektiere und ehre ich sie. So befolge ich viele ihrer bindenden Regeln aus Tradition und Ehrfurcht zu ihr und in Gedenken an ihre Kraft, die ihr half sich durch Jahrtausende der Verfolgung durchzukämpfen, um weiterhin auf ihre besondere Art ihre Mitglieder zu Gott zu führen."

Wir sprachen über vieles, keiner der anderen Anwesenden mischte sich ins Gespräch. Wir verglichen die chassidische Mystik mit dem Yoga und beide von uns, sowohl der Wunderrabbi als auch ich, hatten Achtung und Bewunderung für den Weg des anderen, ohne auch nur mit einem Wort den Wert des eigenen Weges zu schmälern.

Nach einem langen Gespräch voll der Liebe, Religiosität und gegenseitiger Achtung, verließ der Wunderrabbi die lange Tafel und ich auch.

 

In der nächsten Szene befand ich mich auf der Straße und neben mir Astrid, meine Frau. So zumindest dachte ich, denn ich fühlte sie mehr und warf ihr keinen Blick zu. Wozu auch, es fühlte sich so vertraut an, dass mir eine visuelle Verifizierung nicht nötig erschien.

Wir waren auf dem Weg zu einem festlichen Ball. Es war, wie ich wusste, kein Faschingsball mit Heiterkeit und Spaß, sondern es lag eine große Bedeutung in dem Geschehen, etwas, was ihn in seiner Bedeutung weit über übliche Bälle heraus hob.

Vor dem Gebäude verlor ich Astrid, oder falls sie es nicht war, meine Begleiterin aus den Augen. Sie war in das Gebäude mit dem Ballsaal voraus gegangen. Ich war nun alleine und das irritierte mich.

Ich betrat den Vorraum des Gebäudes und erhielt wie alle anderen Gäste, es waren alles einzeln eintretende Männer, ein Stück gebratenes Fleisch als Eintrittserlaubnis. Manche nahmen sich viel davon, ich nur ein kleines Stück. Ich war über diese Vorschrift etwas verwundert, fügte mich jedoch ohne danach zu fragen. (retrospektiv gesehen steckt dahinter die symbolische Bedeutung "fleischlich". Also war eine körperliche erotische Begegnung vorgesehen.)

 

Nach dem kurzen Eintrittsritual im Vorraum gelangte ich in einen großen Raum, der geradezu überfüllt war. Auf den nach rückwärts ansteigenden Sitzreihen saßen ausschließlich Männer. Selbst auf dem Boden saßen einige, weil es keine Sitze mehr gab. Sie alle warteten auf etwas, was mir nicht klar war. Vielleicht würde vorne auf der noch freien Fläche eine Eröffnung kommen, dachte ich mir. So setzte ich mich in der rückwärtigen Hälfte des Saales auf einen noch freien Sitz.

Ich wartete etwas, machte mir so die Gedanken was das alles sollte, als über meinen Kopf ein schwarzes Tuch geworfen wurde. Eine Frau saß hinter meinem Rücken und umschlang mich mit ihren beiden Armen. Es war die Ausstrahlung einer starken und liebevollen Persönlichkeit. Offenbar war hier eine Damenwahl und ich sollte mit ihr zum Fest gehen.

 

 

Ich nahm ihre rechte Hand, hob sie und sah mir die Hand an. Es war eine feingliedrige Hand mit zwei dezenten Ringen, einem Ehering und einem Ring mit einem unauffälligen Stein. Das gab mir keinerlei Aufschluss. Ich wollte wissen, ob es Astrid meine Frau wäre, obwohl die Ausstrahlung etwas anders war. So nahm ich die linke Hand und besah mir die Ringe. Wenn es meine Frau war, so würde ihr Ring mit dem auf Karneol geschnitzten Familienwappen nicht fehlen. Auf der Hand waren drei dezente Ringe mit Steinen, aber es war nicht der Ring mit dem Familienwappen von meiner Frau dabei.  Eine andere Frau interessierte mich nicht und sollte sie noch so liebevoll, schön, stark und aufopfernd sein. Ich stand auf und verließ das Gebäude, ohne auch nur einen kurzen Blick auf die Frau zu werfen.

 

Draußen war ich wieder auf dem Hof und sah, wie in ein gegenüber liegendes Gebäude einige feierlich gekleidete Chassidim gingen. Es war mir klar, dass ich als Glaubensfremder nicht bei einem religiösen Fest dabei sein konnte, und setzte mich draußen auf die abgetretenen Marmorstufen des Einganges. Dort saß ich und fühlte deutlich die fromme Ausstrahlung des religiösen Festes, hörte den Gesängen zu und war glücklich.

 

Ich hatte mich entschieden! Die Gotteszuwendung war mir wichtiger als eine erfüllte partnerschaftliche Liebe. Auf den Marmorstufen sitzend schwelgte ich in einer religiösen Verzückung, in einem Glücksgefühl, wie es mir selbst eine erfüllte irdische Partnerschaft niemals bieten könnte.

 

 

 

Mayashakti

 

Mayashakti ist die lebendige, göttliche Kraft hinter der Schöpfung, die den Menschen einem Traum gleich in ihre Illusionen hüllt. Dahinter steckt jedoch nichts Hinterhältiges. Durch diese Illusionen lernt der Mensch zu kämpfen und stark zu werden, erlernt die Liebe und die Schönheiten der Schöpfung zu erkennen. All das macht den Menschen stark und weise und voll der liebevollen Hinwendung. Die Illusionen von Mayshakti sind also gut gemeint und als Hilfe gedacht den Menschen zu seiner Vollendung zu führen.

 

 

 

Zu meinem Traum: Worte an Mayashakti

 

Mayashakti, die du auf dem Regenbogen tanzt,

wisse, dass du mich nicht mehr verlocken kannst.

Ich habe viel von dir gelernt, verblendet bin ich nun nicht,

der Schleier, der die Sicht verhüllt, wurde für mich licht.

 

Mayashakti, hast mir angeboten einen süßen Traum.

Mit schwarzem Tuch verhülltest du mein inneres Schaun.

Du botest mir zur letzten Prüfung in besonderer Gunst,

eine Frau, edel und schön, das Beste aus deiner Zauberkunst.

 

Mayashakti hast mich umarmt, bestückt mit goldnen Ringen,

ein letzter Versuch mich vom inneren Wege abzubringen.

Doch ich habe mich klar zum Gottesweg entschieden,

ich weiß, nur hier alleine finde ich zum inneren Frieden.

 

Rechtshinweise

 

Erstausgabe Wien, 2011. Völlig neu bearbeitet 2017

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Alfred Ballabene